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Erneuter Brand auf einer Ölplattform

Ölskandale und kein Ende: Im Südatlantik vor der argentinischen Küste brannte heute Morgen eine Ölplattform. Ein Besatzungsmitglied wurde leicht verletzt, die Anlage evakuiert. Nach bisherigen Erkenntnissen sei kein Öl ausgetreten. Die Plattform verfüge über eine automatische Notabschaltung, die sich aktiviert habe. Zwei Hilfsschiffe seien unterwegs. Die Anlage wird von dem Unternehmen ENAP Sipetrol betrieben. Sie liegt 15 Kilometer vor Cabo Vírgenes (Kap der Jungfrauen), etwa 2700 Kilometer südlich von der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires.

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Als unabhängige Umweltschutzorganisation arbeitet Greenpace aktuell zum Thema Öl. Der Einsatz des Greenpeace-Schiffes Esperanza vor Grönland brachte die Plattform Stena Don vom 31. August an für über 40 Stunden zum Stillstand. Christoph Lieven, Energie-Experte bei Greenpeace: "Der erneute Unfall einer Ölplattform in der Maggellanstrasse vor der argentinischen Küste zeigt, das Offshore Ölförderung einfach nicht sicher ist. Es sind viele unsichere Plattformen in Betrieb, die dringend von unabhängigen Gutachtern überprüft und gegebenenfalls stillgelegt werden müssen. Letzte Woche ein Plattformbrand auf der Vermillion im Golf von Mexiko, heute dieser Unfall - allein im Golf von Mexiko gab es in den letzten 10 Jahren mehr als 800 Brände und Explosionen auf Öl- und Gasplattformen. mit mindestens 69 Toten. Das sind mehr als ein Brand oder Explosion pro Woche. Wie groß die Zahl weltweit ist, ist nicht bekannt."

Weg vom Öl!

Am 02. September explodierte im Golf von Mexiko eine weitere Bohrplattform. "Einige dieser Brände und Explosionen haben und hatten das Potential einer Ölkatastrophe, alle haben das Risiko für Gesundheit und Leben der Arbeiter, für die dauerhafte Zerstörung der Umwelt", so Lieven. "Wir müssen weg vom Öl. Ein erster , wichtiger Schritt ist das dringende weltweite Verbot von Tiefseebohrungen!"

Viereinhalb Monate ist es her, dass die Deepwater Horizon Plattform im Golf von Mexiko explodierte. Gestern veröffentlichte BP seinen internen Untersuchungsbericht zu den Ursachen der Katastrophe. Diese ergaben, dass eine ganze Reihe technischer und menschlicher Fehler zu einer der größten Ölkatastrophen der Geschichte geführt haben. Diese Fehler allerdings sind systembedingt: Unserer Ansicht nach gehen Tiefseebohrungen immer an oder über die Grenze des sicher Machbaren.

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