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Erneut Schiffsunfall im Ärmelkanal

Der Autofrachter Tricolor, der vor zweieinhalb Wochen nach einer Kollision im Ärmelkanal gesunken war, ist zum zweiten Mal von einem vorbeifahrenden Schiff gerammt worden. In der Nacht zum Donnerstag lief die mit 70.000 Tonnen leicht entflammbarem Kerosin beladene Vicky voll auf das knapp unter der Wasseroberfläche liegende Hindernis auf. Mit der auflaufenden Flut konnte die Vicky selbst freikommen und ging rund eine Seemeile entfernt vor Anker.

Unklar ist, wie es zu dem erneuten Unfall kommen konnte. Bereits kurz nach dem Untergang der Tricolor war sie von dem Frachter Nicola gerammt worden. Die Gefahrenstelle ist inzwischen durch fünf Signalbojen markiert. Außerdem liegen neben dem Wrack ständig ein bis zwei Schiffe, die vor dem Hindernis warnen. Auch die unter türkischer Flagge fahrende Vicky sei unmittelbar vor der Kollision auf das vor ihr liegende Schiffswrack aufmerksam gemacht worden, habe ihren Kurs aber beibehalten, sagte ein Sprecher der Meerespräfektur in Dünkirchen der dpa.

Nach ersten Angaben am Donnerstagmorgen scheint die Vicky kein Kerosin zu verlieren. Allerdings wurde an der Unfallstelle erneut Diesel gesichtet, der aber aus der Tricolor stammen soll. Der Autofrachter kann erst geborgen werden, wenn die Winterstürme vorbei und der restliche Treibstoff abgepumpt sind. Bis dahin müssen noch eine Menge Schiffe an dem Wrack vorbei - täglich 400 bis 500. (hol)

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