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In der Kadetrinne erwischte Uraltschiffe

Seit Mittwoch, den 11. Dezember, haben Greenpeace-Aktivisten in der Ostsee Posten bezogen. Zusammen mit Mitgliedern der Lotsenbrüderschaften aus Kiel und Rostock überwachen sie die Kadetrinne. Wie schon einmal vor rund anderthalb Jahren werden mittels Radar alle Schiffsbewegungen in diesem schwierigen und unfallträchtigen Seegebiet registriert.

In die Kadetrinne einfahrende Schiffe werden identifiziert und alle wichtigen Daten und Fakten ermittelt. So konnten in den ersten Tagen schon viele schwimmende Zeitbomben ausgemacht werden. Es handelt sich um Tanker, die älter als 20 Jahre sind und nur über eine Außenhülle verfügen. Bei einer Havarie träte das geladene Öl sofort in die Umwelt aus.

Schon in der ersten Nacht wurde ein Schwesterschiff der vor Spanien gesunkenen Prestige erwischt: die Express. Mit ihren 22 Jahren ist sie eindeutig zu alt. Außerdem ist sie ein Ein-Hüllen-Tanker, damit geht von ihr eine große Gefahr aus, da sie über 81.000 Tonnen Öl Tragfähigkeit hat.

Um 11:45 kam es zur ersten Chemietankerberührung. Die Iktinos ist 1975 vom Stapel gelaufen, fährt unter maltesischer Flagge und ist auf der Weiterfahrt in die Ostsee mit Ziel Gdansk. Der Tanker mit fast 12.000 Tonnen Tragfähigkeit ist am 28. November 2002 in Gdansk von der MoU (Paris Memorandum of Understandig) kontrolliert worden, dabei wurden 8 Mängel beanstandet. Besonders interessant ist der Maschinenschaden: der Tanker havarierte bereits Anfang der 90er Jahre wegen eines Ausfalls auf hoher See.

Donnerstag, 12.12.2002 - Die Pharos passiert die Kadetrinne. Der Combitanker (transportiert nicht nur Öl) hat ein Tragfähigkeit von 75.456 Tonnen. Mit 1983 als Baujahr hat sie ein Alter erreicht, um am besten sofort in Rente zu gehen. Sie ist kein reiner Ein-Hüllen-Tanker, weil sie über einen doppelten Boden verfügt.

Freitag, 13.12.2002 - Die 22 Jahre alte Tebo Olympia wird identifiziert. Der Doppelboden-Tanker hat eine Tragfähigkeit von über 11.000 Tonnen.

Sonnabend, 14.12.2002 - Bereits 1979 ist die Tuapse vom Stapel gelaufen. Mit seiner Tragfähigkeit von über 23.000 Tonnen stellt der überalterte Ein-Hüllen-Tanker eine große Gefahr dar.

Dienstag, 17.12.2002 - Wieder entdecken die Greenpeace-Aktivisten eine schwimmende Zeitbombe: die Bro Bara. Doch der 20 Jahre alte Ein-Hüllen-Tanker mit seiner fast 30.000 Tonnen Tragfähigkeit entgeht den aufmerksamen Blicken des Lotsen am Radar nicht.

Donnerstag, 26.12.2002 - Am 26.12.02 kurz vor 14.00 Uhr sichteten Greenpeace-Aktivisten die Bum Dong aus Jeju (Korea) in der Kadetrinne. Der Einhüllen-Tanker ist 1980 gebaut worden, 135 Meter lang und hat eine Tragfähigkeit von 15629 Tonnen.

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