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Containerschiff Rena ist auseinandergebrochen

Das im Oktober vor Neuseeland auf Grund gelaufene Containerschiff Rena ist in der Nacht auf Montag auseinandergebrochen. Zahlreiche Container gingen über Bord, an der Küste wurden die ersten Trümmer angespült. Sturm und hohe Wellen verhindern derzeit Maßnahmen am Schiff und im Wasser.

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Bis zu sieben Meter hohe Wellen führten schließlich zu dem schon länger befürchteten Auseinanderbrechen des Schiffs. Die beiden Teile liegen im Moment 20 bis 30 Meter voneinander entfernt noch immer auf Grund des Astrolabe Reef vor Neuseeland. Laut Angaben der staatlichen Schiffahrts- und Meeresschutzbehörde (MNZ) sind 30 Container über Bord gegangen. MNZ-Experte David Billington erwartet aber, dass es noch mehr sind.

An Bord der Rena waren auch rund 30 Container mit Gefahrenstoffen, darunter Kryolith. Ob diese nun auch im Meer treiben, ist noch unklar. Kryolith verursacht Schäden an Organen von Menschen und Tieren. Im Meer würde sich der Stoff stark verdünnen. Am Riff selbst könnten durch Austreten von Kryolith allerdings große Schäden entstehen.

Experten befürchten weiteren Ölaustritt

Bislang ist durch das Auseinanderbrechen des Schiffs noch kein zusätzliches Öl ins Meer geflossen. Aber: Bei dem instabilen Zustand, in dem sich die Rena befindet, ist ein weiterer Austritt wahrscheinlich, sagte Billington. Das würde die bereits verheerenden Folgen für die Natur noch einmal verstärken. Helfer für Aufräumarbeiten an der Küste und Experten für den Umgang mit ölverschmutzten Tieren seien bereits mobilisiert worden.

Im bisherigen Verlauf der Katastrophe sind bereits 350 Tonnen Öl ausgelaufen. Bis zu 100 Tonnen könnten noch an Bord sein, mehr als 1.300 Tonnen wurden laut MNZ bereits abgepumpt. Zu dem verbliebenen Öl machte die MNZ keine Angaben. Mehr als 2.000 durch Öl verendete Vögel wurden seit Oktober eingesammelt.

In Neuseeland zeigt sich wieder, wie schwierig es ist, mit Öllecks auf See umzugehen, warnt Greenpeace-Sprecher Kai Britt. Schiffe dürfen nicht länger mit sogenanntem Schweröl betrieben werden, sondern stattdessen mit leichten Dieselölen. Diese verteilen sich besser und verdunsten schneller, wenn es zum Unfall kommt.

Die im Wasser treibenden Container und Trümmerteile sind zudem eine Gefahr für die Schifffahrt vor Ort. Weitere Schiffe könnten beschädigt werden. Die Container sind teilweise mit Peilsendern ausgestattet. Das könnte die Bergung erleichtern, wenn die Einsatzkräfte bei besserem Wetter mit ihren Arbeiten beginnen.

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