Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

20 000 Tonnen Öl gelangen jährlich in die Nordsee

Die Nordsee leidet schon lange unter der starken industriellen Verschmutzung. Schlimmer noch als Ölunfälle ist dabei die schleichende Vergiftung durch die ständige Entsorgung von Schadstoffen. 20.000 Tonnen Öl werden jedes Jahr von Schiffen, Öl- und Gasplattformen in das Meer geleitet – mit verheerenden Folgen für das Ökosystem.

  • /

Schon seit Jahrzehnten sei die Nordsee chronisch verschmutzt, sagt der Greenpeace-Meeresbiologe Christian Bussau. Allein durch den Normalbetrieb der über 400 Öl- und Gasplattformen in der Nordsee gelangen jährlich 10 000 Tonnen Öl ins Wasser. Sie fördern nicht nur den begehrten Rohstoff, sondern eine Mischung aus Öl, Gas und Wasser. Das überschüssige Wasser leiten die Plattformen inklusive schädlicher Restmengen wieder zurück ins Meer.

Die Öl- und Gasplattformen fügen dem Ökosystem im Umkreis von 500 Metern erheblichen Schaden zu: 4 000 bis 5 000 Quadratkilometer in der Nordsee seien praktisch tot, so Christian Bussau. Eine Fläche, die etwa dem gesamten Ruhrgebiet entspricht. „Auf dem Boden findet man keine größeren Meerestiere mehr“, erklärt der Greenpeace-Experte. Beispielsweise auch keine Schlangensterne, die ihre Nahrung nicht mehr aus dem ölbelasteten Wasser filtern können, was sich wiederum auf andere Meerestiere auswirkt.

Doch die Förderplattformen sind nur für die Hälfte des Öls verantwortlich, das jedes Jahr in die Nordsee gelangt. Weitere 10.000 Tonnen Altöl werden hier illegal von Schiffen entsorgt.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Antarktis: Schutz fürs südliche Polarmeer

Gesunde Meere sind überlebenswichtig: Sie schenken uns Sauerstoff und binden klimaschädliches CO2. Das macht sie zu unseren besten Verbündeten im Kampf gegen den Klimawandel.

Mehr zum Thema

„Ein gewaltiges Unterfangen“

Vor 22 Jahren besetzten Greenpeace-Aktivisten die Ölplattform Brent Spar – Christian Bussau war dabei. Im Interview schildert er die Aktion – und die aktuelle Situation vor Ort.

Doppelt hält besser

Erfolg fürs Wattenmeer! Auch ein von Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck in Auftrag gegebenes Gutachten besagt: Ölbohrungen im Wattenmeer sind nicht rechtens.

Ein klarer Fall

Der schleswig-holsteinische Umweltminister kann Ölbohrungen im Wattenmeer umgehend untersagen. Das Recht ist auf seiner Seite, so ein Gutachten im Auftrag von Greenpeace.