Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Importgenehmigung für isländisches Walfleisch fehlt

Für das von Island nach Japan exportierte Walfleisch gibt es bisher keine Importgenehmigung von japanischer Seite. Die insgesamt 60 Tonnen Fleisch von Finn- und Minkewalen lagern tiefgekühlt beim japanischen Zoll.

  • /

Es ist völlig unverständlich, warum das Fleisch nach Japan exportiert werden sollte. Denn in japanischen Kühlhäusern lagern schon 4000 Tonnen Walfleisch. Entgegen Aussagen des isländischen Exporteurs gibt es dort keinen Markt für das Fleisch.

Die Lieferadresse auf der Exportlizenz läuft auf ein privates Haus einer Handelsfirma in Tokio. Das Unternehmen Asian Trading Co. Ltd. nahm erst vor zwei Wochen den Betrieb wieder auf. Zuvor war es vier Jahre lang nicht aktiv. Unternehmenssprecher erklärten, das Geschäft sei wieder aufgenommen worden, um einem Freund in Island einen Gefallen zu tun.

In zwei Wochen trifft sich die Internationale Walfangkommission (IWC) in Santiago de Chile, um über die Zukunft der Konvention zu diskutieren. Durch ein Verbot des Imports hat Japan jetzt die Chance zu zeigen, dass sie diese Verhandlungen ernst nehmen, sagt Thilo Maack, Meeresexperte von Greenpeace.

Erst vor drei Wochen deckte Greenpeace den größten Skandal der japanischen Walfanggeschichte auf. Mitglieder der Walfangcrew verkauften Walfleisch auf dem Schwarzmarkt zu Spitzenpreisen von bis zu 300 US-Dollar pro Kilo. Der Staatsanwalt von Tokio hat die Ermittlungen aufgenommen.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Butter bei die Fische

Fischer reagierten teils empört auf die von Greenpeace-Aktiven versenkten Steine in der Ostsee. Im Interview erzählt Thilo Maack, warum die Aktion auch der Fischerei nutzt.

Das Ende vom Ewigen Eis

Zwei Drittel des arktischen Meereises sind verschwunden. Ist der Nordpol im Sommer bald eisfrei? Greenpeace dokumentiert vor Ort die Auswirkungen auf Klima und Artenvielfalt.

Deswegen sind wir wieder hier

Immer wieder protestiert Christian Bussau gegen Shell im Brent-Ölfeld. Der Protest gegen die Versenkung der Brent Spar war der größte Erfolg. Er erzählt, warum er heute da ist.