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Greenpeace verstärkt Walschutzaktivitäten in Japan

In der kommenden Walfangsaison wird Greenpeace seine gesamten Aktivitäten zum Schutz der Wale auf Japan konzentrieren. Greenpeace fährt daher in diesem Jahr nicht mit Schiffen ins Südpolarmeer. Im Mittelpunkt der Kampagne steht stattdessen der politisch motivierte Prozess gegen zwei japanische Greenpeace-Aktivisten.

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Im Mai 2008 deckten die Greenpeace-Aktivisten Junichi Sato und Toru Suzuki den größten Walfleischskandal in der Geschichte des japanischen Walfangs auf. Seitdem stehen sie unter Arrest. Wegen angeblichen Diebstahls von Walfleisch drohen ihnen bis zu zehn Jahre Haft. Greenpeace ruft weltweit dazu auf, sich für ihre Freilassung einzusetzen.

Das jährliche Töten von Walen durch die japanische Walfangflotte im Südpolarmeer muss beendet werden, sagt Bettina Walter, Meeresexpertin bei Greenpeace. Der Walfang kann nur durch die japanische Regierung in Tokio gestoppt werden. Aus diesem Grund ist es notwendig, unsere gesamte Aufmerksamkeit auf die Entwicklung in Japan zu richten.

Der von Greenpeace im Mai veröffentlichte japanische Walfleischskandal führte zu weltweiter Aufmerksamkeit. Crewmitglieder der japanischen Walfangflotte hatten mehrere hundert Kilo Walfleisch von Bord geschmuggelt und auf eigene Rechnung verkauft. Die Walfangfirma und die zuständigen Behörden duldeten dieses Vorgehen.

Der Handel mit Walfleisch ist illegal. Die Greenpeace-Aktivisten stellten eine Kiste als Beweismaterial sicher und übergaben sie der japanischen Staatsanwaltschaft. Diese begann gegen die Schmuggler zu ermitteln, stellte die Ermittlungen aber nach kurzer Zeit wieder ein. Stattdessen wurden Junichi Sato und Toru Suzuki für 26 Tage in Untersuchungshaft genommen und dann unter Hausarrest gestellt. Ihnen drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Greenpeace arbeitet seit Jahrzehnten mit konfrontativen Protesten und auf politischer Ebene für den weltweiten Schutz der Wale. Die Kampagne erzielte wichtige Erfolge. So verabschiedete die Internationale Walfangkommission (IWC) 1982 ein internationales Walfangmoratorium. Auch die Einführung des internationalen Walschutzgebietes im Südpolarmeer 1994 ist auf die Greenpeace-Kampagne zurückzuführen.

Japan unterläuft das Moratorium. Dabei nutzen sie ein Schlupfloch des Walfangmoratoriums: Sie jagen Wale unter dem Deckmantel des wissenschaftlichen Walfangs. Dieser dient nicht dem Gewinn neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse sondern ausschließlich kommerziellen Zwecken.

Seit ihrer Verhaftung setzen sich rund eine Viertelmillion Menschen weltweit für die Greenpeace-Aktivisten ein. Greenpeace sucht weiter Unterstützer/innen, die die japanische Regierung auffordern, die offensichtlich politisch motivierte Anklage fallen zu lassen und den Walfang zu beenden. Informationen finden Sie im Internet unter www.greenpeace.org/arrest-me.

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