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Greenpeace spricht vor Vereinten Nationen

Wie auch immer die Vollversammlung der Vereinten Nationen am Dienstag in New York abstimmt - den Schutz der Tiefsee wird sie nicht bewirken. Das Leben in den Ozeanen steht auf der Kippe, doch die wirksamste Gegenmaßnahme - ein Moratorium auf die Fischerei mit Grundschleppnetzen - steht nicht einmal zur Diskussion.

Vor zehn Jahren ist die UN-Seerechtskonvention in Kraft getreten - ein bahnbrechendes Vertragswerk, das zum ersten Mal die Ozeane als globale schützenswerte Ressource gewürdigt hat. Doch das Abkommen hat Lücken. Heute, zehn Jahre später, ist die Krise der Meere unübersehbar.

Überfischung, Verschmutzung, Klimawandel gefährden das Leben in den Tiefen. Vor allem die kommerzielle Fischerei - die legale und die illegale - droht alles zu vernichten, was in den Ozeanen lebt. Die Suche nach Fisch, und sei es noch so wenig, bringt immer monströsere Methoden hervor.

So durchpflügen riesige, mit Eisen beschwerte Grundschleppnetze den Meeresgrund noch in Tiefen bis 2000 Metern. Was in ihre Bahn gerät, ist verloren. Jahrtausendealte Korallen zerschlagen. Unterseeische Landschaften unwiederbringlich zerstört. Unbekannte Lebewesen ausgerottet, noch bevor die Biologen überhaupt einen Namen für sie gefunden haben.

Greenpeace hat 2004 zwei Schiffsexpeditionen durchgeführt, zur Tasmanischen See und zum Nordatlantik. Die beiden Unternehmungen haben bestätigt, was Tiefseeforscher längst erkannt haben: Die Grundschleppnetzfischerei ist die derzeit schlimmste menschliche Aktivität auf den Meeren.

Tausende Wissenschaftler, Zehntausende Umweltschützer und zahlreiche Nationen haben auf die 59. Sitzung der UN-Vollversammlung gewartet und auf das Moratorium gehofft.

Doch in den UN haben sich nach den Worten von Karen Sack, Greenpeace-Sprecherin vor Ort, einige wenige Staaten durchgesetzt: diejenigen, die von der Grundschleppnetzfischerei profitieren. (sit)

Update Hamburg/New York (sit) - Eine Greenpeace-Vertreterin hat amDienstagabend (MEZ) vor den Vereinten Nationen gesprochen. Sie hat dieUN-Vollversammlung beschworen, nicht länger tatenlos zuzusehen, währe nddas Leben in der Tiefsee unwiederbringlich zerstört wird.

Karen Sack sprach im Namen einer großen Koalition von rund 30internationalen Organisationen, die gemeinsam für den Schutz derTiefsee kämpfen. Das Leben in den Ozeanen steht auf der Kippe. Diewirksamste Gegenmaßnahme - ein Moratorium auf die Tiefseefischerei -stand an diesem Dienstag nicht einmal zur Diskussion. Karen nutzte ihre fünf Minuten Redezeit, um ein solches Verbot zu fordern.

UN verpassen wirksamen Tiefseeschutz

Die Koalition zum Schutz der Tiefsee bietet eine gemeinsame Internetseite mit Fotos, Videos und weiteren Informationen an: www.savethehighseas.org

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