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Greenpeace-Schwimmer vor Fischtrawler aktiv

Schauplatz Bornholmtief am Dienstagnachmittag. Vier Greenpeacer der Beluga II springen aus Schlauchbooten ins Wasser. Sie halten Schilder mit der Aufschrift Marine Reserves (Schutzgebiete) hoch. Mit ihrem Protest wollen die Aktivisten den schwedischen Fischtrawler Glomfjord zur Umkehr bewegen.

Das Bornholmtief nordöstlich der Insel Bornholm ist die letzte Region der Ostsee, die den Dorschen noch zum Laichen geblieben ist. Dorsche sind mittlerweile vom Aussterben bedroht. Für die akut gefährdeten Bestände gibt es nur eine Chance: Ihre Laichgründe müssen geschützt werden.

Von leeren Meeren hat niemand etwas. Die Greenpeace-Forderung nach großen Schutzgebieten steht darum nicht im Widerspruch zum Anliegen der Fischer. Beispiele aus Neuseeland und den USA haben bewiesen, dass Fischbestände sich unter Schutz erholen. Die lokale Fischindustrie hat davon profitiert, denn Fische aus gesunden Beständen wandern auch in die umliegenden Gebiete ab.

Wenn die Fischer in der Ostsee auch morgen noch etwas im Netz haben wollen, brauchen wir dringend große Schutzgebiete, sagt Iris Menn, Meeresbiologin bei Greenpeace. In den Schutzgebieten müssen Fischerei, Öl- und Gasförderung verboten sein. Nur so lassen sich Arten und Lebensräume schützen, und die Fischbestände haben eine Chance sich zu erholen.

Greenpeace hat in den Häfen von Bornholm und entlang der schwedischen Südküste über die Notwendigkeit von großflächigen Schutzgebieten informiert. Dabei hat sich gezeigt, dass es unter den Fischern eine breite Zustimmung gibt.

Das neue Greenpeace-Schiff Beluga II kreuzt seit zweieinhalb Wochen in der Region. Die Crew bittet jeden Fischkutter, den sie in dem gefährdeten Gebiet antrifft, dieses zu verlassen. Die Ostsee-Tour ist Teil einer großen Greenpeace-Schutzkampagne in Nord- und Ostsee. Von Mitte Juli bis Mitte September war die Esperanza mit einem internationalen Greenpeace-Team in der Nordsee unterwegs. (sit)

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Schutzgebieteseite.

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