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Tiefsee durch Grundschleppnetze massiv bedroht

Greenpeace-Schwimmer demonstrieren vor Fischdampfer im Nordwest-Atlantik

Der Kampf gegen die Umweltzerstörung am Grunde des Nordwest-Atlantik geht in eine neue Runde: Zwei Greenpeace-Schwimmer mit Leuchtfackeln und neon-roten Bojen klammern sich an den Bug des Trawlers Lootus II. Mit Bannern fordern sie: Stoppt die Zerstörung der Tiefsee! Doch an Bord des unter der Flagge Estlands fahrenden Grundschleppnetzfischers zeigt sich nur einmal kurz ein menschliches Gesicht.

Die Greenpeace-Aktivisten auf der Esperanza beobachteten mehr als seit 30 Stunden die Lootus II bei ihrem umweltzerstörenden Treiben. Über 18 Stunden holte der Trawler sein Netz nicht ein und schleift es die ganze Zeit über den Meeresboden.

Ich kann nicht glauben, dass da überhaupt noch was Lebendiges übrig bleibt. Im Netz dürfte alles zerquetscht worden sein, sagt Greenpeace-Meeresexpertin Iris Menn skeptisch. Eine solange dauernde Fangfahrt ist im höchsten Maße ungewöhnlich. Wahrscheinlich trauen sich die Fischer nicht die Netze einzuholen, solange sie unter Beobachtung stehen.

Atlantische Artenvielfalt und Kaltwasserkorallen in Gefahr

Bei dieser Art des Fischfangs zerstören die Tonnen schweren Grundschleppnetze alles, was ihnen im Weg steht. Die Netze werden von riesigen Scherbrettern offen gehalten, die über Grund gezogen werden und sich dabei tief in den Meeresboden eingraben.

Das Greenpeace-Flaggschiff Esperanza ist seit rund zwei Wochen im Nordwest-Atlantik unterwegs und dokumentiert die Zerstörung durch Grundschleppnetz-Fischerei. Im Seegebiet der Grand Banks und des Flemish Cap, rund 1000 Kilometer südlich von Grönland, finden sich besonders viele Kaltwasser-Korallenriffe mit einer großen Artenvielfalt.

Bereits zweimal protestierten Greenpeace-Aktivisten gegen die zerstörerischen Fischereimethoden, zum einen gegen einen Shrimps- zum anderen gegen einen Heilbutt-Fischdampfer.

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