Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Greenpeace-Kampagne hat Erfolg

Zwei Fischereischiffe fahren in einigen Kilometern Abstand nebeneinander her, zwischen sich ein Netz, in dem zehn Jumbojets Platz hätten. Sie fischen alles weg, was sich zwischen ihnen im Meer bewegt. Diese Form der Fischerei soll es zukünftig in britischen Gewässern nicht mehr geben. Die Regierung in London hat sich am Donnerstag verpflichtet, sie zu verbieten.

Seit Beginn der industriellen Fischerei machen immer größere, immer besser ausgerüstete Schiffe Jagd auf Speisefische. Sie pflügen mit Grundschleppnetzen den Boden durch oder sieben das Meereswasser in mittleren Tiefen durch ihre riesigen Netze. Was sie hinterlassen, sind leere und zerstörte Meere.

Inzwischen sind viele der kommerziell genutzten Fischarten vom Aussterben bedroht. In den Netzen der Fischereiflotten landen auch Massen an so genanntem Beifang. Hinter dem verharmlosenden Begiff verbirgt sich ein qualvolles Sterben. Neben unzähligen kleineren Meerestieren verfangen sich Wale, Delfine, Tümmler, Seehunde, Albatrosse, Schildkröten in den Maschen der Netze. Sie werden verletzt oder tot ins Meer zurückgeworfen.

Sarah Duthie, Greenpeace-Meeresexpertin, beglückwünschte die britische Regierung und nannte die Entscheidung einen ersten historischen Schritt. Sie werde vielen Delfinen das Leben retten. Andere Länder müssen dem Beispiel Großbritanniens jetzt folgen. Und Großbritannien selber muss auch die Beifangprobleme angehen, die durch andere Fischereimethoden entstehen. (sit)

Ausführliche Informationen finden Sie auf der Internetseite von Greenpeace Großbritannien: Dead or alive? Defending Ocean.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Fishy Business

Fisch aus illegaler Fischerei überschwemmt die internationalen Märkte. Das Umladen von Fang- auf Kühlschiffe fernab der Häfen spielt dabei eine wichtige Rolle.

Haie unter Attacke

Obwohl sie sich „Schwertfischfischerei“ nennt, wird dabei im Nordatlantik hauptsächlich eins gefangen: Haie. Entweder absichtlich, oder als Beifang, zeigt dieser Greenpeace-Report.2017 zum Beispiel kam auf 1 Kilo Schwertfisch 4 Kilo Hai.

Mehr zum Thema

Butter bei die Fische

Fischer reagierten teils empört auf die von Greenpeace-Aktiven versenkten Steine in der Ostsee. Im Interview erzählt Thilo Maack, warum die Aktion auch der Fischerei nutzt.

Schutz für Fehmarnbelt

Fischereiministerin Klöckner verzögert den Meeresschutz in Nord- und Ostsee. Greenpeace-Aktive versenken daher weitere Steine im Schutzgebiet Fehmarnbelt.

Steiniger Weg zum Ziel

Fotostrecke: Greenpeace-Aktive versenken weitere Steine in der Ostsee vor Rügen. So wollen sie das Schutzgebiet Adlergrund vor zerstörender Grundschleppnetzfischerei bewahren.