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Greenpeace bleibt Beobachter bei der IMO

Die Internationale Meeresorganisation IMO hat entschieden: Greenpeace behält den Beobachterstatus und darf weiterhin als Anwalt der Ozeane auftreten. Die IMO hatte überlegt, Greenpeace wegen angeblicher Leichtsinnigkeit auszuschließen. Greenpeace bezeichnete diesen Vorwurf als bizarr, da er gerade von Interessensgruppen in der Organisation erhoben wurde, die die Industrie-Interessen verteidigen. Sie sind verantwortlich für Unfälle wie den der Exxon Valdez oder der Prestige.

In einer Organisation - dominiert durch spezielle Interessen - sehen wir uns in der Rolle, die IMO an ihre wahren Aufgaben zu erinnern: für die kommenden Generationen saubere Ozeane zu erhalten, sagt Paul Horsman von Greenpeace International. Den Versuch der Billigflaggen-Staaten, die schon zu Zielen des Greenpeace-Protestes wurden, uns aus der UN-Organisation rauszuschmeißen, hat Greenpeace überlebt.

Die Entscheidung der IMO stärkt den Einsatz des Greenpeace-Schiffes Rainbow Warrior: Das Schiff patrouilliert zurzeit in internationalen Gewässern vor dem indischen Abwrackungsplatz Alang. Auf der dortigen Werft werden Schiffe unsachgemäß abgewrackt. Nun, da die IMO unsere Arbeit anerkennt, sollte sie auch unserer Forderung nach einem weltweiten Reglement zu Schiffssicherheit nachkommen, das Schiffsbesitzer zwingt, Chemikalien von Schrottschiffen zu entfernen, fordert Ramapati Kumar, Schiffsexperte bei Greenpeace, und fährt fort: Am wichtigsten ist ein sauberes Recyclen von Schiffen, um die Arbeiter und die Umwelt zu schützen. (mod)

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