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Granaten verhelfen zu sanftem Tod

Glosse: Humanes Schlachten

Oft stockte uns in den vergangenen Wochen der Atem angesichts der Bilder aus dem Südpolarmeer. Darin durchschlugen Harpunenköpfe ledrige Walhaut als wäre sie aus dünnstem Papier. Vor dem Bug des Jagdschiffes wehrte sich der Wal anschließend mit immer weniger kraftvollen Flukenschlägen, bis nach einer gefühlten Ewigkeit ein lebloser Kadaver kopfüber am Seil der Walfänger im Ozean hing. Aber jetzt können wir aufatmen: Dem Tier wurde dabei kaum Leid zugefügt.

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Wie die Japan Whaling Association stolz verkündet hat, wird im Südpolarmeer derzeit eine neue Harpune ausgetestet. Diese gewähre nach Aussagen des Verbandes vor allem den größeren Walen einen geradezu humanen Tod. Glücklich kann sich also jeder Wal schätzen, in dessen Körper eine der neuen granatenbestückten Harpunenspitzen dringt. Wenn die Harpune in seinem Innern explodiert, durschneiden Metallsplitter Nervenstränge und Blutgefässe. Hätte man ihn weiterleben lassen: er wäre sicher niemals so friedlich entschlafen.

Nicht nur wir Menschen dürfen von den Segnungen der modernen Waffenforschung profitieren, auch Tieren verschafft sie einen sanften Tod. Die neuen Harpunenköpfe sind das Ergebnis neuester Kriegstechnologie. Vielleicht werden ja bald noch humanere Methoden in Erwägung gezogen? Warum lässt man das Südpolarmeer nicht einfach mit ein paar Tonnen Dynamit hochgehen? Die Wale wären sofort tot, man müsste sie nur noch einsammeln.

(Autor: Benjamin Borgerding)

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