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Fischereipolitik - keine Frage der Vernunft

Das Thema Fischerei erhitzt die Gemüter. Während am Dienstag in Brüssel die Fischereiminister der EU tagten, blockierten aufgebrachte französische Fischer mit ihren Booten die Häfen Boulogne-sur-Mer, Calais und Dünkirchen. Sie protestierten gegen Pläne, bestimmte Fischarten in Teilen der Nordsee unter Fangverbot zu stellen. Umweltschützern dagegen gehen die Schutzpläne nicht weit genug.

Tatsache ist: Die Existenz besonders der kleineren Fischer ist bedroht. Ihre Sorge ist daher verständlich. Tatsache ist auch, dass manche Speisefischbestände wegen jahrzehntelang überhöhter Fangquoten dramatisch eingebrochen sind. Schuld ist die Fischereipolitik. Bleibt sie so wie sie ist, sind die Aussichten trübe. Wo es keinen Fisch mehr gibt, kann auch keiner gefangen werden.

Ein Übel mit einem noch größeren Übel - sprich überhöhten Fangquoten - zu bekämpfen, macht keinen Sinn. Wer nicht nur an die Fischer von heute denkt, sondern auch an die von morgen, muss sich zwangsläufig für Schutzgebiete und Fangverbote aussprechen.

Thilo Maack, Meeresexperte bei Greenpeace: 40 Prozent von Nord- und Ostsee müssten unter Schutz gestellt werden. Ohne großflächige Schutzgebiete lassen sich die Fischbestände und die zerstörten Meereslebensräume nicht wieder aufbauen. Das ist nicht nur eine Frage der Ökologie, es ist auch eine der Ökonomie. Umso unverständlicher die letzte Meldung aus Brüssel: Die Fischereilobby hat sich durchgesetzt. Die Fangverbote sind vom Tisch. (sit)

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