Wissenschaft - Tiefseefischerei ist unrentabel

Eine neue wissenschaftliche Veröffentlichung zeigt, wie unrentabel die Tiefseefischerei ist. Nachdem der Küstenfischerei immer weniger Fische ins Netz gehen und die Technik es möglich macht, verschiebt sich die Fischerei immer weiter auf die Hohe See hinaus und fischt in immer größeren Tiefen.
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Die Tiefsee ist bei weitem der größte, aber auch der unproduktivste Teil der Meere, obwohl in einigen wenigen Bereichen die Fischbiomasse sehr hoch sein kann. Viele Tiefseefische haben geringere Populationen und Produktivität als die Fische in flacheren Meeresbereichen. Eine nachhaltige Tiefseefischerei ist daher nur mit sehr geringen Fangquoten möglich.

Viele Tiefseefischereien werden zudem mit Grundschleppnetzen durchgeführt, die sehr negative Auswirkungen auf andere Arten des Ökosystems haben. Häufig sind sie nur aufgrund von Förderungen (Subventionen) rentabel.

Durch eine Kombination verschiedener Faktoren sind Tiefseefischereien insgesamt in den meisten Fällen unrentabel. Diese Kombination beinhaltet eine Fischerei auf Arten mit geringer Produktivität, eine zerstörerischen Fangmethode, eine Wirtschaftlichkeit, die zur Liquidation der Fischpopulationen führt, und ein oft schlechtes Management.

Ähnlich dem Bergbau fischen Tiefseefischereien Bereiche ab und ziehen weiter an neue Standorte. Ökologisch und ökonomisch besser wäre es, in der Zukunft stattdessen produktive Fischarten in Küstengewässern nachhaltig zu befischen.

Die Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik in Europa bietet in diesem Jahr die Chance, eine nachhaltige Fischerei für europäische Gewässer umzusetzen. Europa könnte damit eine wichtige und mehr als notwendige internationale Führungsrolle einnehmen.

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