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Wiederholungstätern auf der Spur

Greenpeace-Aktivisten haben erneut gegen die zerstörerische Grundschleppnetz-Fischerei im Nordwest-Atlantik protestiert. Und ihre Aktion traf keinen Unbekannten: Der spanische Fischdampfer Playa de Tambo ist in der Vergangenheit immer wieder durch Verstöße gegen das in der Region gültige Fischerei-Abkommen (NAFO) aufgefallen. Mehrfach weigerte sich die Besatzung, Fischerei-Inspektoren an Bord zu lassen und dokumentierte die Fangmengen nicht.

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Von Schlauchbooten aus befestigten die Greenpeace-Aktivisten ein Banner mit der Aufschrift Deep Sea Destroyer (Tiefsee-Zerstörer) an die Schiffswand des spanischen Trawler Playa de Tambo. Das Schiff jagt mit Grundschleppnetzen nach Schwarzem Heilbutt.

Vor zwei Jahren hatten die Vertragsstaaten der NAFO entschieden, dass Schwarzer Heilbutt aufgrund von Überfischung geschützt werden muss. Doch dieser Beschluss blieb folgenlos: ein Jahr später wurde die empfohlene Höchstmenge erneut um 5.400 Tonnen überschritten.

Wenn es um den Schutz des Schwarzen Heilbutts geht, versagt das NAFO-Abkommen auf der ganzen Linie, sagt Iris Menn, Meeresexpertin von Greenpeace an Bord der Esperanza. Kein Mensch weiß, wieviel Heilbutt hier gefangen wird und das, obwohl es ein bedrohter Bestand ist.

Greenpeace fordert ein Verbot der Grundschleppnetz-Fischerei auf hoher See. Die Netze werden von riesigen Scherbrettern offen gehalten, die sich dabei tief in den Meeresboden eingraben. Die Fischindustrie selbst bezeichnet diese Art der Fangtechnik als zerstörerisch.

Die Esperanza ist seit zwölf Tagen im Nordwest-Atlantik unterwegs. Ziel dieser Fahrt: die Zerstörung durch Grundschleppnetz-Fischerei zu dokumentieren.

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