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Westafrikanische Fischer sagen „Nein“ zu Monsterschiffen

Plündernde Trawler sind im westafrikanischen Ozean nicht willkommen. Das haben lokale Fischerverbände und die Zivilgesellschaft am Sonntag (8. September) in Nouakchott/Mauretanien erklärt. Gemeinsam mit Greenpeace fordern sie ein Verbot der Monsterschiffe in westafrikanischen wie internationalen Gewässern. Denn die Supertrawler schädigen die Fischbestände massiv und rauben der lokalen Bevölkerung damit die Lebensgrundlage.

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Die Erklärung der Verbände ist eine Reaktion auf den niederländischen Supertrawler „Annelies Ilena“ (früher „Atlantic Dawn“), der eine Woche zuvor das mauretanische Meer mit 7 000 Tonnen pelagischem Fisch im Frachtraum verlassen hat – genug, um 291 000 Senegalesen ein ganzes Jahr lang zu ernähren.

„Pelagische Fische spielen eine entscheidende Rolle für die Wirtschaft und die Ernährungssicherheit der westafrikanischen Staaten. Millionen Menschen hängen von diesen Beständen ab“, sagt Ahmed Diamé, Meeresexperte von Greenpeace Afrika. „Es ist äußerst wichtig, dass westafrikanische Regierungen die Verantwortung übernehmen und sich dafür einsetzen, die riesigen Fangschiffe aus ihren Gewässern zu verbannen.“

Laut der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft sind die meisten Fischbestände der Region bereits überfischt. Gigantische Trawler wie die „Annelies Ilena“ verschlimmern die Lage zusätzlich. Weil viele Fischarten wandern, schädigen die Schiffe das Ökosystem weit über den Bereich hinaus, in dem sie tatsächlich aktiv sind.

„Wir können nicht länger akzeptieren, dass diese riesigen industriellen Schiffe unsere Meere auf Kosten von Leben, Wirtschaft und Zukunft von Westafrikanern plündern. Das muss jetzt aufhören“, sagt Ahmed Diamé.

Erst vor elf Tagen hatten Greenpeace-Aktivisten und lokale Fischer in Chile die Ausweisung des Supertrawlers „Margiris“ gefordert. Immer mehr Menschen setzen sich gegen die plündernden Fischfabriken ein: „Es entsteht eine globale Bewegung gegen diese Zerstörer des Ozeans, angeführt von denen, die am meisten betroffen sind“, so Ahmed Diamé. „Eine Bewegung, deren einzige Botschaft ist: ‚Nicht hier und nirgendwo sonst!‘“

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