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Was ist drin in Thunfischdosen?

Ob in Öl oder im eigenen Saft - Thunfisch in Dosen ist sehr beliebt. Laut Zutatenliste enthalten die Konserven in der Regel Echten Bonito (Skipjack) aus dem Pazifik. Doch was ist wirklich drin in den Dosen? Greenpeace hat in zwölf Ländern Stichproben untersuchen lassen. Das Ergebnis ist ernüchternd.

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In Thunfischdosen, angeblich mit Skipjack gefüllt, findet sich häufig auch Fleisch von überfischten Thunfischarten. Der Inhalt dieser Konserven ist aus verschiedenen Arten zusammengesetzt und falsch gekennzeichnet - ein Vorgehen, das in der EU nicht zulässig ist. Auch der deutsche Marktführer Saupiquet, der in fast jedem Supermarkt erhältlich ist, beteiligt sich daran.

Verheerende Fangmethoden

Die Thunfischindustrie ist außer Kontrolle, sagt Meeresbiologin Iris Menn von Greenpeace. Es wird mit zerstörerischen Methoden im großen Stil gefischt und skrupellos vermarktet. Die Hersteller wollen das Massenprodukt Thunfisch in Dosen möglichst billig anbieten. Greenpeace fordert von der Industrie einen nachhaltigen Fischfang. Der Lebensmittelhandel kann durch Auslistung der betroffenen Produkte ein klares Signal senden. Diese Branche wird sich nur unter Druck ändern.

Auf der Jagd nach dem Echten Bonito, dessen Bestände im Pazifik derzeit noch als relativ stabil gelten, werfen die Industriefischer riesige Ringwadennetze aus. Um möglichst viele Fische anzulocken, setzen sie zudem sogenannte Fischsammler (Fish Aggregation Devices, FADs) ein. Diese schwimmenden Plattformen täuschen den Meerestieren Schutz vor und locken sie auf diese Weise an.

An Bord geholt wird alles, was sich um die Sammler tummelt. Das ist naturgemäß nicht nur Skipjack. Der Anteil an anderen und bedrohten Arten ist hoch. In den Netzen sterben Haie und Schildkröten - und eben auch Großaugen- und Gelbflossen-Thunfische, deren Bestände überfischt sind. Ihre Jungtiere ähneln dem Echten Bonito und werden an Bord eingefroren.

In welchen Dosen ist was drin?

Insgesamt ließ Greenpeace Dosen 60 verschiedener Marken darauf untersuchen, welche Arten von Thunfisch sie enthielten. Die Ware stammte aus Australien, Deutschland, Griechenland, Großbritannien, Italien, Kanada, Neuseeland, den Niederlanden, Österreich, Schweiz, Spanien und USA. Je Land wurden mindestens fünf Marken untersucht.

Ergebnis der DNA-Analysen:

  • In Deutschland enthielten Dosen der Marken Saupiquet und La Miranda zwei Arten (Echter Bonito/Katsewonus pelamis und Kleiner Thun/ Euthynnus spp.).
  • In der deutschen Edeka-Eigenmarke Schlemmerküche fand sich Nördlicher Blauflossenthun (auch Langschwanzthun, Thunnus tonggol). Diese Art ist kaum erforscht, daher ist nichts über die Größe der Bestände bekannt. Dennoch ist die Befischung nicht geregelt.
  • Die Marke Nixe von Lidl wurde in den Niederlanden und in Großbritannien getestet. In den Niederlanden fand sich Großaugenthun darin, obwohl Echter Bonito auf der Verpackung stand. In Großbritannien enthielt die Dose neben Echtem Bonito auch Kleinen Thun.
  • Die Proben aus Spanien (Calvo und Campos) und Griechenland (Toni) enthielten sogar Gelbflossen- und Großaugenthunfisch.

Der Lebensmittelhandel und die Verbraucher dürfen nicht länger zu unfreiwilligen Komplizen der zerstörerischen Thunfischindustrie gemacht werden, sagt Menn. Ihre Fangflotten müssen vor allem den Einsatz der Fischsammler sofort stoppen. Langfristig muss sie den Fang von Thunfisch auf Angel und Leine umstellen.

Die DNA-Analysen wurden vom Labor AZTI-Tecnalia nach einem patentierten eigenen Verfahren zur Bestimmung von Thunnus obesus und Thunnus albacares durchgeführt. Greenpeace lieferte die Proben, bestimmte den Versuchaufbau und nahm die Interpretation der Ergebnisse vor.

 

Zum Weiterlesen:

Engagement für den König der Meere: Thunfisch in Gefahr

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