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Verfehlte Fischereipolitik in der Adria

Heute veröffentlicht Greenpeace den vierten Meeres-Report: Er enthüllt einen weiteren Fischerei-Skandal innerhalb der restlos verfehlten EU-Fischereipolitik. In dieser Ausgabe des Ocean Inquirer geht es um die Situation der italienischen Sardinen- und Anchovis-Fischerei. Italien gehört zu den größten Fischereinationen der EU und ist bekannt für die sehr zögerliche Umsetzung der Fischereivorschriften.

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Den größten Anteil des Fanges machen Anchovis mit 21 Prozent und Sardinen mit 6 Prozent aus - sie werden als "Blaues Gold Italiens" bezeichnet. Der Report zeigt, wie die italienischen Behörden die Anteile der viel zu großen Fangflotte von einem Flottensegment in das Nächste verschoben haben, statt sie konsequent abzubauen. Außerdem finden sich Belege für die massive Verschwendung von gefangenem Fisch, der von den Fischern im Tonnenmaßstab achtlos über Bord gekippt wird um den Marktpreis hoch zu halten.

Verfehlte europäische Fischereipolitik

"Erneut zeigt sich, wie dringend ein konsequenter Wechsel weg von zerstörerischen Fangmethoden hin zu einer nachhaltigen, kleinskaligen Fischerei notwendig ist", sagt Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack. "Die Situation in Italien ist nur die Spitze des Eisberges der untragbaren europäischen Fischereipolitik."

Erst gestern verhandelten die europäischen Fischereiminister über die finanzielle Zukunft des Fischerei-Sektors - konsequente Schritte für ein Gesundschrumpfen der Flotte wurden allerdings verpasst.

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe des "Ocean Inquirer" (auf Englisch), sowie eine Zusammenfassung des Reports auf Deutsch.

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