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Schutz des Roten Thunfischs rückt näher

Die neue EU-Kommission empfiehlt ein weltweites Handelsverbot für Roten Thunfisch durch das Washingtoner Artenschutzabkommen. Wenn jetzt auch die Mitgliedsländer dem Vorschlag zustimmen, ist der Schutz der bedrohten Fischart ein gutes Stück nähergerückt. Doch ausgerechnet Deutschland mauert noch.

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Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack fordert die deutsche Regierung auf, sich endlich zu bewegen. Es ist nicht nachvollziehbar, wieso Ministerin Ilse Aigner sich nicht klar für ein Verbot ausspricht. Deutsche Fischer fangen weder Thunfische noch hat Deutschland irgendeinen Vorteil vom Thunfischfang. Sogar die großen Fangnationen Italien und Frankreich haben sich in der vergangenen Woche für das Fangverbot ausgesprochen.

Die EU stimmt derzeit ihre Position für die nächste Konferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) ab. Das Treffen findet vom 13. bis 25. März statt. Dort wird es unter anderem um den Antrag des Fürstentums Monaco gehen, ein weltweites kommerzielles Handelsverbot für den Roten Thun zu beschließen. CITES hat 175 Mitglieder. Die EU stellt 27 Stimmen entsprechend ihren 27 Mitgliedsstaaten.

Deutschland muss sich in den Diskussionen der Mitgliedsstaaten in den kommenden Wochen für eine starke EU-Position einsetzen, sagt Maack. Nur so habe der Rote Thunfisch eine Chance, den dringend notwendigen Schutz auch tatsächlich zu bekommen.

80 Prozent des von der EU im Mittelmeer gefangenen Roten Thunfischs landen auf dem japanischen Markt. Dabei werden Preise bis zu 100.000 Euro pro Tier erreicht. In der EU selbst gelangt dieser Thunfisch so gut wie gar nicht auf den Markt.

 

Zum Weiterlesen:

EU-Parlament will Roten Thun schützen

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