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Prozess gegen Walschützer: 2. Akt, 1. Szene

In der japanischen Walfängerstadt Aomori hat am Montag die zweite Phase des Prozesses gegen Junichi Sato und Toru Suzuki begonnen. In den kommenden Tagen werden die wichtigsten Zeugen der Verteidigung gehört.

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Die japanische Regierung führt seit Juni 2008 ein politisch motiviertes Verfahren gegen die beiden Greenpeace-Aktivisten. Es dient offensichtlich dem Zweck, von den wahren Hintergründen des größten Skandals in der Walfanggeschichte des Landes abzulenken.

Die Greenpeace-Walschützer hatten der Tokyoter Staatsanwaltschaft im Mai 2008 stichhaltige Beweise für massive Unterschlagungen von Walfleisch und dessen profitorientierten Verkauf durch Besatzungsmitglieder der Walfangflotte vorgelegt. Doch anstatt die von Greenpeace erhobenen Vorwürfe zu untersuchen, klagten die Behörden stattdessen die beiden Walschützer wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs an. Zwar befinden sie sich unter strengen Kautionsauflagen auf freiem Fuß. Allerdings drohen ihnen im jetzt laufenden Prozess bis zu zehn Jahre Haft.

Neben den beiden Greenpeace-Aktivisten werden in dieser Woche zwei langjährige ehemalige Besatzungsmitglieder der Walfangflotte aussagen. Sie sind bereit, den von Geeenpeace aufgedeckten Skandal zu bestätigen.

In den Zeugenstand tritt auch ein international renommierter Anwalt für Menschenrechte. Er wird in seiner Aussage auf die Stellungnahme des UN-Menschenrechtskomitees Bezug nehmen. Dessen Arbeitsgruppe für willkürliche Haft wirft der japanischen Regierung massive Verstöße gegen die Menschenrechte vor. Junichi Sato und Toru Suzuki wurden 23 Tage inhaftiert, ohne sie eines Vergehens anzuklagen. Auch die medienwirksam inszenierte und dadurch vorverurteilende Verhaftung der beiden Walschützer ist Teil der Menschenrechtsverstöße.

Weltweit haben sich in den vergangenen Monaten über 250.000 Menschen durch ihre Unterschrift mit den beiden Greenpeace-Mitarbeitern solidarisiert. In Deutschland unterzeichneten allein in den letzten vier Wochen rund 23.000 Menschen eine Petition an den japanischen Botschafter in Berlin und forderten Gerechtigkeit für die Walschützer.

(Autor: Thilo Maack)

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