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Protest gegen Tiefseetrawler im Nordostatlantik

Tiefseefischerei und vor allem Grundschleppnetzfischerei ist ein besonderer Frevel an der Umwelt. Die französische "Pierre Jacques Matigny" betreibt dieses Geschäft im Nordostatlantik. Greenpeace-Aktivisten haben schwimmend dagegen protestiert.

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Es ist ein Skandal, was in der Tiefe unserer Meere passiert, sagte Celia Ojeda, Meeresexpertin des spanischen Greenpeace-Büros. Die Tiefseefischerei ist eine der schlimmsten Fischereimethoden in Europa. Die EU-Regierungen müssen das unbedingt stoppen.

Die Grundschleppnetzfischerei findet in Tiefen zwischen 400 und 1.500 Metern statt - dort wo niemand den angerichteten Schaden sieht. Immer tiefer tauchen die riesigen Netze ein, auf der Suche nach Fisch, denn längst sind die höheren Lagen leergefangen. Dort, wo die Netze jetzt angekommen sind, ist die Umwelt einzigartig. Lebensräume, Tier- und Pflanzenarten sind besonders verwundbar.

Grundschleppnetze können eine Öffnung so groß wie ein Fußballfeld haben. Wo sie über den Meeresgrund geschleift werden, zerstören sie alles. Bis zu 60 Prozent dessen, was abgefischt wurde, geht als unnützer Beifang wieder über Bord.

Die Tiefseefischerei ist ein perfektes Beispiel dafür, was in der EU-Fischereipolitik falsch läuft. Zwischen 1996 und 2010 sind aus den Steuern der europäischen Bürger mehr als 140 Millionen Euro Subventionen in die spanische Tiefseefischerei geflossen. Spanische und französische Fischer sind für fast 70 Prozent der Tiefseefänge in Europa verantwortlich.

Ohne die öffentlichen Zuwendungen der EU hätte es die europäische Tiefseefischereiflotte niemals gegeben, sagt Hélène Bourges, Meeresexpertin von Greenpeace Frankreich.

 

Zum Weiterlesen:

Tiefseefischerei - subventioniert bis zum letzten Fisch?
Spaniens subventionierte Raubfischer

 

 

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