Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Fischratgeber

Neuer Einkaufsratgeber Fisch

Greenpeace veröffentlicht heute seinen aktuellen Fischratgeber. Dieser gibt Verbrauchern die notwendigen Informationen für einen nachhaltigen Fischeinkauf. Die Devise des Ratgebers lautet: Weniger Fisch ist mehr. Verbraucher sollten seltener und bewusster Fisch essen. Und wenn, dann zu Fisch aus ökologisch nachhaltigen Fischereien und Aquakulturen greifen.

  • /

Überfischung bedroht die Fischbestände

"Viele Bestände sind überfischt und zahlreiche Fangmethoden verursachen massive Umweltschäden. Wer sich jedoch genau informiert, findet noch eine Auswahl, die auf den Teller darf", sagt Dr. Iris Menn, Meeresexpertin von Greenpeace. Verzichten sollten Fischliebhaber auf Makrele, Aal und Rotbarsch, unbedenklich genießen kann man den Karpfen. Hintergrund der Veröffentlichung des Fischratgebers ist die Überfischung der Meere. Von den weltweit kommerziell genutzten Fischbeständen sind 57 Prozent bis an die Grenze genutzt und 30 Prozent überfischt oder erschöpft. Das heißt, es wird mehr gefangen, als durch die natürliche Vermehrung nachwachsen kann.

Nachhaltigkeit und Transparenz notwendig

Die Lösung lautet: nachhaltiger Fischfang mit schonenden Fangmethoden und die Einrichtung von großflächigen Schutzgebieten. Einige Fangmethoden zerstören wertvolle Ökosysteme wie zum Beispiel Korallenriffe, bei anderen landen Schildkröten, Haie oder Wale als unerwünschter Beifang im Netz. Um das zu verhindern, können Verbaucher mit ihrer Wahl an der Fischtheke oder dem Tiefkühlregal aktiv werden. Der Lebensmitteleinzelhandel und die Fischindustrie sind dabei ebenso gefragt wie die Politik, um eine ökologisch nachhaltige Fischerei und Aquakultur umzusetzen und ausreichend Transparenz für den Verbaucher zu schaffen.

Der Ratgeber enthält im Vergleich zum Vorjahr auch den Amerikanischen und Europäischen Hummer, welcher bis auf wenige Ausnahmen als nicht empfehlenswert gilt. Insgesamt 110 Speisefischarten, aufgeteilt in 550 Wildfischbestände und 112 Herkunftsländer von Aquakulturen wurden für den Einkaufsführer bewertet.

Eine Greenpeace-Studie ergab im Dezember 2013, dass viele im Einzelhandel erhältliche Fischprodukte nicht ausreichend gekennzeichnet sind. Nur knapp ein Viertel von 15.000 untersuchten Produkten informieren über den deutschen und lateinischen Artnamen, das Fanggebiet und die Fangmethode. "Damit Verbraucher empfehlenswerte Fischprodukte erkennen, müssen diese vollständig gekennzeichnet sein", sagt Menn. Daher fordert Greenpeace von Einzelhandel und Fischindustrie eine vollständige Kennzeichnung, die die Angabe von genauem Fanggebiet und Fangmethode miteinschließt.

Der Einkaufsratgeber im handlichen Format kann kostenlos bestellt werden unter der Telefonnummer 040-30618-120.

Smartphone-Nutzer können sich eine Mobilversion des Fischratgebers abspeichern.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Wo geht’s zum Weddellmeer?

Am Südpol soll das größte Meeresschutzgebiet der Welt entstehen. Greenpeace-Aktivisten zeigen heute in ganz Deutschland den Weg in die Antarktis – und warum sie Schutz benötigt.

In fremden Welten

Das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise erforscht die Antarktis – dort, wo das größte Schutzgebiet der Welt entstehen soll. Faszinierende Bilder zeigen, was auf dem Spiel steht.

Im Watschelgang um die Welt

Ein kleiner Pinguin sucht Unterstützer für ein gigantisches Vorhaben: das größte Meeresschutzgebiet der Welt in der Antarktis. Auf seiner Reise kommt er ganz schön rum.