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Leere Netze, keine Zukunft

Es ist ein Kampf wie David gegen Goliath - riesige Fischfangflotten aus Europa, Russland oder Asien gegen kleine Boote westafrikanischer Fischer. Es ist klar, wer verliert und wer den Fisch mit nach Hause nimmt. Ein neuer Report von Greenpeace Afrika soll wachrütteln und die westafrikanischen Regierungen von einer nachhaltigen Fischerei überzeugen.

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Millionen von Menschen in Westafrika sind abhängig von der Fischerei. Zum einen bestreiten sie durch den Fischfang und -verkauf ihren Lebensunterhalt. Zum anderen dient der Fisch als Nahrungsmittel. Wenn die großen, ausländischen Fischfangflotten jedoch durch die afrikanischen Gewässer pflügen, bleibt weder für das eine noch für das andere genug übrig - vor allem nicht in naher Zukunft. Die Menschen sind arbeitslos, die Teller leer.

Genau diese Situation, die sich in den letzten 30 Jahren dramatisch entwickelt hat, zeigt der Report Empty Nets, Empty Future von Greenpeace Afrika. Viele Fischbestände sind überfischt - mit enormen Auswirkungen auf das Leben der Menschen an der westafrikanischen Küste. Die Hauptverursacher dieser Situation: zerstörerische und illegale Fischerei.

Reiche Nationen des Nordens profitieren auf Kosten der Menschen hier vor Ort, sagt Iris Menn von Greenpeace. Für uns in Europa ist es ein Leichtes unseren Eiweißbedarf durch Fleisch oder Anderes zu decken. Für die Menschen hier ist Fisch meist die einzige die Eiweißquelle. Damit die Menschen hier auch in Zukunft Fisch auf dem Teller haben, hat Greenpeace ein Büro in Westafrika eröffnet und setzt sich dort vor allem für den Schutz der Meere ein, sagt Iris Menn, Meeresbiologin bei Greenpeace.

Der Greenpeace-Report zeigt auch Lösungsansätze. Greenpeace fordert die westafrikanischen Regierungen auf, die industrielle Fischerei ausländischer Flotten zu massiv zu reduzieren, großflächige Meeresschutzgebiete einzurichten und eine faire und nachhaltige Fischerei zu fördern.

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