Internationale Fischindustrie: Nachhaltigkeit im Trend

Während die Politik national wie international versagt, ihren Verpflichtungen zum Schutz der Fischbestände nachzukommen, übernehmen Industrie und Handel immer häufiger Verantwortung. Einige Beispiele:
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Greenpeace Italien zeigte mit der Veröffentlichung seines dritten Ranking zur Nachhaltigkeit italienischer Thunfisch-Hersteller eine signifikante Veränderung auf dem italienischen Markt auf. Einige Firmen wie zum Beispiel Mareblu gehen starke und klare Verpflichtungen für mehr Nachhaltigkeit ein: Thunfisch aus nicht-nachhaltigen Fischereien und gefangen mit zerstörerischen Fischereimethoden wie unter dem Einsatz von Fischsammlern (fish aggregation devices, FAD) soll in Zukunft nicht mehr verarbeitet werden. Um das zu erreichen, wird diese Ware Schritt für Schritt aus dem Programm genommen. Andere Firmen wie z.B. Riomare lassen mit einem solchen Engagement auf sich warten.

Eine ähnliche Entwicklung zeigt die Veröffentlichung des zweiten Thunfisch-Rankings von Greenpeace Kanada. Kanadische Firmen wie Canadian Fishing Company, die die Marke Gold Seal produziert, und die Supermarktkette Safeway schließen sich dem weltweit wachsenden Trend zu nachhaltigen Thunfischprodukten an. Beide Firmen verpflichteten sich, Skipjack (Katsewonus pelamis) in Zukunft zu 100 Prozent aus nachhaltigen Fischereien zu beziehen. Die Firma Ocean Brands mit der Marke Ocean's produziert das erste kanadische Thunfischprodukt aus einer Angelruten-Fischerei (engl. pole&line) - der schonendsten Methode für den Thunfischfang. Aber auch in Kanada fehlt es einigen Firmen wie z.B. Kanada's größter Marke Clover Leaf an Engagement für den Schutz der Fischbestände.

Greenpeace USA veröffentlichte mit dem Bericht Carting away our oceans VI das sechste Supermarktranking seit 2008, in dem die Fisch-Einkaufspolitik der Lebensmittelhandelsunternehmen unter die Lupe genommen wird. Zwei Unternehmen - Safeway und Whole Foods - sind dabei zum ersten Mal in eine grüne und damit gute Bewertung gelangt. Auffällig ist die insgesamt deutliche Verringerung der Anzahl der Fischprodukte in den Sortimenten, die aus Greenpeace-Sicht aus nicht-nachhaltigen Fischereien stammen und auf keinen Fall in das Sortiment gehören, wie z.B. Hoki, Granatbarsch, Schwarzer Seehecht.

Auch in Deutschland hatte Greenpeace bei seinem fünften Supermarktranking im Dezember letzten Jahres eine positive Bilanz gezogen und den Handel zu seinem Engagement beglückwünscht. Jedoch bleibt keine Zeit zum Verharren, denn aktuelle politische Verhandlungen wie zum Beispiel die Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU zeigen, wie dringend das Engagement von Industrie und Handel nötig ist.

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