Illegale Fischerei - Notorischer Schwarzfischer

Mitte März spürte die norwegische Küstenwache den Fischtrawler Praia de Santa Cruz auf. Unter dem Verdacht, erneut illegal Kabeljau gefischt zu haben, wurde das Schiff in den Hafen von Tromsø gebracht. Die Praia de Santa Cruz war bereits im August 2009 wegen illegaler Fischerei festgesetzt worden. Greenpeace hatte bereits zu diesem Zeitpunkt eine Schwarzlistung der Firma und des Trawlers gefordert.
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Die Flotte von Silvia Vieira fischt in norwegischen Gewässern als Vertreter der EU auf einer norwegischen und russischen Quote. Die Firma besitzt mit ihren vier Fischtrawlern Praia de Santa Cruz, Aveirense, Brites und Joana Princesa 48 Prozent des portugiesischen Anteils an der arktischen Kabeljau-Quote der EU. Alle vier sind seit Jahren in Norwegen registriert.

Die Polizei vor Ort hat zunächst das Löschen des Fangs veranlasst. Dabei wurde überprüft, inwieweit die Fangmenge mit Quote und Papieren übereinstimmt. Kapitän und Besatzung wurden an Bord festgehalten, um die Vernichtung von Beweismaterial zu verhindern. Laut ersten Berichten fanden die Behörden 30 Tonnen illegalen Kabeljau.

Neben den genannten offiziell registrierten Fischtrawlern gehören Silvia Vieira auch echte Piratentrawler, die unter der Flagge von Drittstaaten fahren - sogenannten flags of convenience. Sie besitzen keine legale Quote in internationalen Gewässern. Trotzdem wurden zwei dieser Piratentrawler - die schwarzgelistete Kerguelen und die Red - beim illegalen Fischen neben ihren lizenzierten Schwesterschiffen in norwegischen Gewässern gesichtet.

Angesichts der neuerlichen Festnahme der Praia de Santa Cruz fordert Greenpeace von der norwegischen Regierung, das vorhandene Recht gegen illegale, unregulierte und undokumentierte Fischerei (IUU) endlich anzuwenden. Die gesamte Flotte von Silvia Vieira muss auf die Schwarze Liste gesetzt werden und sie dürfen keine Lizenzen mehr für norwegische Gewässer erhalten.

Greenpeace beobachtet die illegalen Aktivitäten der Flotte von Silvia Vieira seit einigen Jahren und protestierte bereits 2008 in Aveiro.

Der aktuelle Fall der Praia de Santa Cruz zeigt, wie wichtig eine vollständige und transparente Rückverfolgbarkeit ist, wenn Industrie und Handel illegale Ware sicher ausschließen wollen. Greenpeace unterstützt Handel und Industrie dabei: 2008 veröffentlichten wir eine eigene Datenbank. Sie enthält Schiffe und Firmen, die in illegale Aktivitäten involviert sind.

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