Greenpeace Kanada & USA: Supermarktranking 2011

Acht Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels und deren Einkaufspolitik von Fisch und anderen Meeresfrüchten nimmt Greenpeace in Kanada seit drei Jahren unter die Lupe. Das dritte Greenpeace Ranking zeigt deutliche Veränderungen. Alle Unternehmen haben mittlerweile eine Einkaufspolitik erstellt und beginnen diese umzusetzen. Dazu gehört auch eine verbesserte Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung der Produkte.
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Die Unternehmen (z.B. Loblaw), die das Ranking anführen, setzen sich mittlerweile auch bei ihren Lieferanten und in der Politik aktiv für den Meeresschutz ein. Drei Unternehmen (Metro*, Walmart, Sobeys) sind in diesem Jahr von einer roten in eine orange Bewertung aufgestiegen. Weitere Details der Bewertung finden sie in dem zugehörigen Greenpeace Bericht.

In den USA stehen 20 Unternehmen und ihre Einkaufspolitik für Fisch und andere Meeresfrüchte im Visier von Greenpeace. Auch hier gab es vor drei Jahren die erste Bewertung verbunden mit der Veröffentlichung des Berichtes Carting Away the Oceans. Exemplarisch stellte der Bericht in den letzten Jahren immer wieder den Stand der Dinge zur Nachhaltigkeit der Fischprodukte der Unternehmen dar. Nun wurde die fünfte Auflage veröffentlicht. Safeway führt das Ranking an, gefolgt von Target Corporation und Wegmans. Am Ende der Bewertung stehen Winn-Dixie and Meijer, die noch immer ohne jedes Interesse an Nachhaltigkeit sind.

Einige der größten Fisch- und Meeresfrüchte-Händler haben fortschrittliche Einkaufpolitiken entwickelt und diese konsequent umgesetzt, wie zum Beispiel durch die Auslistung von nicht-nachhaltigen Fischprodukten wie Grantbarsch. Ebenso wie in Kanada verbessern einige Unternehmen die Transparenz ihrer Produkte wie Haiirs Teerer. Andere engagieren sich politisch, wie Safeway und Wegmans, die die Greenpeace Forderung für die Ross Sea in der Antarktis als Schutzgebiet unterstützen.

Dennoch sind auch in diesen beiden Ländern, ebenso wie in Deutschland, die Veränderungen der Unternehmen nicht zügig und konsequent genug. Ebenso wie in der Fischereipolitik brauchen wir in unserem Handeln und Denken über Fischprodukte einen Paradigmenwechsel. Noch immer konzentrieren sich die meisten Händler auf die Fische am Ende der Nahrungskette wie Thunfisch, Haie oder Kabeljau - obwohl ihre Bestände weltweit um 90 Prozent zurückgegangen sind. Beifang bleibt ein skandalöses Problem: jeden Tag werden tausende Tonnen Fisch und andere Meerestiere tot über Bord gegeben. Und weniger als ein Prozent der Meere sind als Schutzgebiete ausgewiesen. Auch wird mit Grundschleppnetzen noch immer der Meeresboden durchpflügt.

*Metro Inc. in Kanada ist nicht verbunden mit der Metro AG in Deutschland.

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