GREENPEACE AKTIV: Unterstützung der lokalen Küstenfischerei

Laut EU-Kommission sind 62 Prozent der Fischbestände im Atlantik und 84 Prozent der Bestände im Mittelmeer überfischt. Millionen Tonnen Beifang gehen jährlich tot wieder über Bord - Leben, das verschwendet wird, und ein Desaster für die marinen Ökosysteme.
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Grundschleppnetz-Fischerei ist eine der zerstörerischsten Fangmethoden mit extrem hohen Beifängen. Deshalb steht neben den Verhandlungen über ein Rückwurfverbot auch die Förderung schonender Fangmethoden und der kleinen Küstenfischerei auf der Agenda der aktuellen Verhandlungen zur Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik. Greenpeace sieht dies als wichtigen Baustein für eine erfolgreiche Reform an und arbeitet daher in zahlreichen Ländern mit lokalen Küstenfischern zusammen.

Tatort Griechenland: Große Grundschleppnetz-Trawler von bis zu 45 Metern Länge fischen nur eine Seemeile von der Küste entfernt. Sie werfen rund 45 Prozent ihres Fanges wieder über Bord und sind eine der Ursachen dafür, dass 70 Prozent der Bestände in den griechischen Gewässern überfischt sind und die Fangmenge in den letzten 15 Jahren um 50 Prozent gesunken ist.

Seit 2008 protestiert Greenpeace daher immer weder gegen Grundschleppnetz-Trawler in der Küstenzone und für die Einrichtung eines Netzwerks von Meeresschutzgebieten um die Kykladen. Und so springen auch vergangene Woche wieder Greenpeace-Aktivisten nahe der Insel Mykonos vor einen Grundschleppnetz-Trawler - die Alberta II - ins Wasser und protestieren gegen seinen Beutezug. Die Aktivisten werden verhaftet. Glücklicherweise wird das Bündnis zwischen Greenpeace und anderen Organisationen aktiv: Die Aktivisten erhalten Unterstützung von zwei lokalen Küstenfischerorganisationen, Wissenschaftlern und politischen Parteien. Sie alle setzen sich öffentlich für die Umweltschützer ein und unterstützen unsere Forderungen. Schließlich werden die Aktivisten freigesprochen und aus der Haft entlassen.

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