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FAO: Fischbestände gehen weiter zurück

Die Welternährungsorganisation (FAO) hat heute ihren neuesten Bericht zur Lage der Fischerei veröffentlicht. Er zeigt: Nur noch 20 Prozent der weltweiten Speisefischbestände sind gesund. Die anderen 80 Prozent sind akut oder mittelbar vom Aussterben bedroht.

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Seit 30 Jahren sinkt die Zahl der gesunden Fischbestände beständig. Noch Mitte der Siebzigerjahre betrug sie über 40 Prozent. Vor zwei Jahren waren es 25 Prozent.

Missmanagement durch die EU, illegale Fischerei, zu große Fangflotten und fehlende Schutzgebiete - das sind die Hauptgründe dafür, dass der Fisch aus den Meeren verschwindet.

Neben der industriellen Fischerei mit ihren riesigen Netzen setzt ein weiteres Umweltproblem den Meeren und ihren Bewohnern immer mehr zu: der Klimawandel. Das Wasser der Meere wird wärmer, Strömungen verändern sich. Das erwärmte Wasser fließt in Richtung der Pole. Diese Veränderung wirkt sich auch auf die Fischbestände aus.

Die Erwärmung beeinflusst zudem den biologischen Rhythmus in den Meeren: Das jahreszeitliche Nahrungsangebot ändert sich. Die Folgen für die Fortpflanzung der Fische sind unvorhersehbar.

Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack ist besorgt über diese Entwicklung. Das Ökosystem der Meere ist bereits extrem gestresst. Dadurch sinken auch die Abwehrkräfte gegen die Folgen des Klimawandels. Untersuchungen zeigen aber, dass große Schutzgebiete die Meere generell widerstandsfähiger machen - gegen alle Störfaktoren.

Greenpeace fordert ein ausgedehntes Netz an Schutzgebieten, in denen jeglicher Fischfang verboten ist. Nur so können gefährdete Bestände sich erholen. Davon würden langfristig auch die Fischer profitieren.

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