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Druck auf Japans Regierung wächst

Kumi Naidoo, Geschäftsführer von Greenpeace International, hat heute einen Brief an den japanischen Premierminister Yukio Hatoyama veröffentlicht. Er fordert Hatoyama auf, im Verfahren gegen die Greenpeace-Aktivisten Junichi Sato und Toru Suzuki Menschenrechtsstandards einzuhalten. Unterstützt werden die beiden Walschützer auch von Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu, dem Musiker Bryan Adams und anderen Stars.

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Heute sind unsere Stimmen mit denen tausender Menschen vereint. Wir alle fordern Gerechtigkeit für die zwei Aktivisten Junichi und Toru, sagt Naidoo. Es wird Zeit, dass die japanische Regierung auf diese unsere Stimmen hört. Die Augen der Welt ruhen auf Japan und dem Prozess.

Kumi Naidoo reist zum Prozessbeginn am kommenden Montag nach Japan. Im Gepäck hat er die Unterstützung mehrerer Nobelpreisträger und Stars. Darunter Erzbischof Emeritus Desmond Tutu, Betty Williams, Benicio Del Toro, Bryan Adams und die Scorpions. Sie äußern Zweifel am Prozess und an der Behandlung der Aktivisten. In ihrem Brief an die japanische Regierung steht:

Wir haben große Bedenken an der Anklage der Aktivisten und dem Angriff auf Greenpeace, die ein Fehlverhalten aufgedeckt haben. Die Anklage steht im Widerspruch zu den Verpflichtungen Japans gegenüber den Menschenrechten und stellt die Einhaltung von Meinungsfreiheit und Gerechtigkeit in Frage.

Am Montag dieser Woche veröffentlichten die Vereinten Nationen eine Stellungnahme. Sie sehen in der Anklage einen Verstoß gegen Artikel 18,19 und 20 der Menschenrechtscharta sowie Artikel 18 und 19 des Abkommens für politische Rechte. Den beiden Greenpeacern werde verweigert, sich vor einem unabhängigen und unparteiischen Gericht zu verteidigen. Die UN fordert Japan auf, einen fairen Prozess zu garantieren.

Junichi Sato und Toru Suzuki wurden im Juni 2008 verhaftet. Ihnen werden Hausfriedensbruch und Diebstahl vorgeworfen. Die beiden Walfanggegner hatten der Justiz als Beweismittel eine Kiste mit Walfleisch übergeben. Das Fleisch war falsch deklariert. Mitglieder der Fangflotte wollten es illegal verkaufen. Die beiden deckten mit ihrem Fund den größten Korruptionsfall in der Geschichte des japanischen Walfangs auf. Das Verfahren gegen die Walfänger wurde eingestellt. Stattdessen drohen den beiden Aktivisten bis zu zehn Jahre Haft.

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