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Deutsches Fischereimonstrum zur Höchststrafe verurteilt

Der Eigner des Supertrawlers "Maartje Theadora" hat die Zahlung einer Strafe von fast 600.000 Euro akzeptiert. Dies ist die höchste Strafe, die jemals für ein Fischereivergehen in Frankreich gezahlt werden musste.

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Mit der Zahlung der Strafe gesteht die Doggerbank Seefischerei GmbH ihre Schuld ein, sagt Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace. Offensichtlich wurde vom Kapitän unter anderem tagelang das Fanglogbuch falsch geführt. Unsere Anwälte in Frankreich haben Einsicht in die Papiere der Gerichtsentscheidung beantragt. Dann besteht endlich Klarheit über die Vergehen dieses Fischereimonsters.

Die französischen Behörden sprachen die Strafe aus, weil knapp zwei Millionen Kilo (2000 Tonnen) der aktuellen Ladung mit einem falschen Netz gefangen wurden. Die deutsche Kleinfischerei wäre mit einer vergleichbar hohen Fangquote von 2.000 Tonnen ein ganzes Jahr ausgelastet.

Der niederländische Mutterkonzern Pelagic Freezer Organisation betreibt eine hochseegängige Fangflotte, die in europäischen Gewässern allein keine Geschäftsgrundlage mehr hat. Zu überfischt sind hier die Bestände. Daher werden diese Supertrawler auf immer weiter entfernte Fangfahrten geschickt.

Die Maartje Theadora bedroht die Bewohner der Antarktis

Die Maartje Theadora erhielt im Oktober eine Fangquote von 75.000 Tonnen für antarktischen Krill. Schon im kommenden Jahr soll der Fang beginnen. Wie will die Bundesregierung garantieren, dass sich die Eigner des Schiffes in der Antarktis an die Regeln halten, fragt Maack. Mit der Überfischung der Polargewässer ist das Überleben der Blau- und Buckelwale akut bedroht.

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