Aufgedeckt: Illegale Fischerei

Wie problematisch sogenanntes transshipment – ein Verladen des Fangs auf Kühlschiffe auf See – und wie wichtig ein Engagement für eine vollständige Rückverfolgbarkeit von Fischprodukten ist, zeigen die Fälle illegaler Fischerei, die Greenpeace in den letzten Monaten aufgedeckt hat.
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Dazu gehörte das Kühlschiff Lung Yuin, das im Januar dieses Jahres vom Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior in Taiwan aufgespürt wurde. Das Kühlschiff nimmt illegal gefangenen Fisch auf See an Bord und vermischt diesen mit legal gefangenem Fisch, um die Spuren zu verwischen. Die Ware landet schließlich auf den Märkten in Taiwan, Japan, USA und Europa. Schon 2004 war die Lung Yuin wegen illegaler Fischerei festgesetzt worden.

Greenpeace fordert ein Verbot des Verladens auf Kühlschiffe auf See, um illegale Fischerei zu verhindern. Für den Pazifik schätzt man, dass die illegale, unregulierte und undokumentierte Fischerei (IUU) 21 bis 46 Prozent aller Fischereiaktivitäten ausmacht (MRAG & University British Columbia 2008). Illegale Fischerei torpediert jegliches Bemühen für ein nachhaltiges Fischereimanagement ebenso wie die Erholung der Bestände.

Um Firmen und Schiffe, die in diese IUU-Fischerei verwickelt sind, zu identifizieren und ihnen mit aller Schärfe entgegenzutreten, startete Greenpeace 2004 eine Datenbank mit schwarz gelisteten Schiffen. Diese Datenbank, die ständig aktualisiert wird, kann auch von Industrie und Handel genutzt werden, um sicherzustellen, dass sie keine Ware aus illegaler Fischerei verkaufen.

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