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Am Aloha Tower von Honolulu

Greenpeace-Aktivisten haben das Wahrzeichen von Honolulu erklettert. Mit einem Banner hoch oben am Aloha Tower forderten sie zur Rettung der Thunfischbestände auf. In Honolulu/Hawaii tagt diese Woche die Fischereikommission für den West- und Mittelpazifik (WCPFC). Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Fangquoten für Thunfisch.

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Seit 2001 warnen Wissenschaftler vor dem Zusammenbruch der Thunfischbestände. Trotzdem sind in den vergangenen drei Jahren Rekordmengen aus dem Pazifik geholt worden. Die Fischereiindustrie setzt immer höhere Kapazitäten und immer ausgefeiltere Methoden ein. Dazu gehören unter anderem Fischsammler (FADs, fish aggregation devices). Sie ziehen Fische und andere Meereslebewesen an und locken sie so in die riesigen Ringwadennetze.

Dosenthunfisch kommt überwiegend aus dem West- und Mittelpazifik. Ein Greenpeace-Test vom November 2010 hat gezeigt, dass in den Dosen auch Thunfischarten verarbeitet sind, die dort nicht hingehören. Sie wurden durch Fischsammler angelockt und mitgefangen. Inzwischen setzen sich die ersten deutschen Lebensmittelhändler für den Einsatz von Ringwadennetzen ohne Fischsammler und für die pole and line-Fischerei ein.

Die unkontrollierte Nutzung der Fischsammler bedeutet sinnloses Töten von Haifischen, Schildkröten und jungen Thunfischen, sagt Phil Kline, Meeresexperte von Greenpeace USA. Selbst die früher so ergiebige Skipjack-Fischerei läutet auf diese Weise ihr Ende ein. Wenn die Fischereiindustrie in der Pazifikregion auch in Zukunft Arbeitsplätze anbieten will, muss sie diese Fischereimethode verbieten.

Seit Beginn der industriellen Fischerei vor rund 60 Jahren sind fast 90 Prozent der großen Speisefische wie Thun- und Schwertfisch aus den Meeren geholt worden. Geht es so weiter, fischt sich dieser Industriezweig um die eigene Existenz. Das jüngste Beispiel hat im November die Internationale Kommission für den Schutz des atlantischen Thunfischs (ICCAT) geliefert. Sie gab der Fischereilobby nach und legte erneut überhöhte Fangquoten fest, obwohl die Bestände des Blauflossen-Thuns sich dem Zusammenbruch nähern.

Die Mitgliedsstaaten der WCPFC haben jetzt noch einmal die Chance gegenzusteuern. Rund die Hälfte des weltweiten Thunfischfangs spielt sich im Pazifik ab. Greenpeace fordert die Kommission auf, die Fangquoten zu reduzieren und Meeresschutzgebiete einzurichten. Anderenfalls wird es bald vorbei sein mit dem pazifischen Thunfisch und den Millionen menschlichen Existenzen, die von ihm abhängen.

 

Zum Weiterlesen:

Was ist drin in Thunfischdosen?
Rettet den König der Meere!

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