Altes Problem ganz aktuell: Unzulängliche Kennzeichnung von Fischprodukten

Eine unzureichende Kennzeichnung von Fischprodukten macht es dem Verbraucher unmöglich, beim Einkauf die richtige Wahl zu treffen - für ein Produkt aus nachhaltiger Fischerei oder, in Tagen wie diesen vor dem Hintergrund der Katastrophe von Japan, für ein Produkt ohne radioaktive Belastung. Kennzeichnungen, die mehrere FAO-Fanggebiete angeben, wie im nebenstehenden Bild, bieten keinen Aufschluss, wo genau der Fisch gefangen wurde.
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Eine vollständige Kennzeichnung von Fischprodukten beinhaltet für Greenpeace folgende Angaben:

  • lateinischer und allgemeiner Name der Art
  • FAO-Fanggebiet bzw. Herkunftsland der Aquakultur
  • detailliertes Fanggebiet bzw. Name/Ort der Aquakultur-Farm
  • Fangmethode bzw. Produktionsmethode der Aquakultur
  • Verarbeitungsbetrieb
  • Code, der die vollständige Rückverfolgbarkeit bis zum Fang ermöglicht

Um dem Verbraucher zu seinem Recht auf vollständige Kennzeichnung und Information zu verhelfen, ist die Eigeninitiative von Fischindustrie und Lebensmitteleinzelhandel notwendig. Nur so werden auch die notwendigen gesetzlichen Veränderungen erfolgen.

Ein erster Schritt in die richtige Richtung war die 2008 verabschiedete Initiative Genauere Fanggebietskennzeichnung für Seefische des Bundesverbands der Deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels e.V., mit der die Fanggebietskennzeichnung bei Fischprodukten verbessert werden sollte. Leider sind die gesteckten Ziele bisher nicht erreicht worden. Noch immer finden sich zahlreiche mangelhaft gekennzeichnete Produkte in unseren Regalen und Theken.

Jetzt wäre die Chance, die versprochenen Maßnahmen endlich konsequent umzusetzen.

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