Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Fische flüchten aus der Ostsee

Der Sauerstoffgehalt der Ostsee ist inzwischen so niedrig, dass die Fische abwandern. Auch tote Fische sind bereits gefunden worden. Besonders betroffen sind die Förden und Buchten. Vor allem den dänischen Gewässern droht der Kollaps, einige Regionen gelten als biologisch so gut wie tot.

Der warme Sommer 2002 und Gülle-Einleitungen aus der Landwirtschaft werden für das Problem verantwortlich gemacht. Die höheren Nährstoffmengen durch die Gülle fördern das Wuchern von Algen, die dann wiederum den Sauerstoff verzehren. Die meisten Messstationen haben inzwischen einen Gehalt von durchschnittlich nur noch 0.3 Milligramm Sauerstoff je Liter Wasser ermittelt. Ab zwei Milligramm leiden die Fische unter Atemnot.

Der Sauerstoffgehalt der Ostsee regeneriert sich normalerweise durch Wind, Regen und kühlere Temperaturen. Besonders die Herbststürme tragen zur Vermischung verschiedener Wasserqualitäten bei. Ob der gemessene Sauerstoffmangel die Ostsee umkippen lassen könnte, steht nach Ansicht des schleswig-holsteinischen Umweltministers Klaus Müller noch nicht fest.

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Das Wegwerfprinzip

„Bioplastik“, „Chemisches Recycling“ – so was klingt erst mal gut, ist es aber nicht. Der Report „Das Wegwerfprinzip“ beschreibt, mit welchen Tricks multinationale Konzerne die Öffentlichkeit täuschen.

Bedrohte Tiefsee

Der Wettlauf um die Ressourcen auf dem Meeresboden hat begonnen. Grund ist der große Hunger der Hightech-Industrie nach Kobalt, das sich in den Manganknollen in tausenden Metern Tiefe befindet. So wird der Tiefseebergbau eine der schwerwiegendsten neuen Bedrohung für unsere Ozeane, noch bevor wir ihre sensiblen Ökosysteme und ihre Prozesse überhaupt verstanden haben.

Mehr zum Thema

Tiefseeparadies im Atlantik

Die Tristan Languste galt als ausgerottet am Tiefseeberg Vema. Eine Greenpeace-Expedition konnte jetzt ihre Rückkehr dokumentieren – dank  eines 2007 verhängten Fischereiverbots.

Dreckiges Ölgeschäft

Shell will alte Plattformen mit 11.000 Tonnen Öl in der Nordsee verrotten lassen. Dagegen protestieren seit heute Morgen Greenpeace-Aktivisten und kletterten auf zwei Plattformen.

„Es ist besorgniserregend“

Noch eine schlechte Nachricht fürs Klima: Der Meeresspiegel steigt schneller als erwartet. Ein Interview zum IPCC-Sonderbericht Meere mit Greenpeace-Experten Karsten Smid.