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Fisch in der Nordsee? Nicht mehr lange!

Der Bestand der meisten Fischarten in der Nordsee kann nur noch durch ein absolutes Fangverbot gerettet werden. Zu diesem Schluss kommt nach jahrelangen Forschungen der Bremerhavener Meeresbiologe Hein von Westernhagen. Nicht nur die Gesamtmenge der Speisefische habe abgenommen. Durch die Überfischung erreichten auch immer weniger Tiere das reproduktionsfähige Alter.

Besonders gefährdet sind nach Ansicht Westernhagens Speisefische wie Kabeljau, Schellfisch, Wittling und Scholle. Kabeljau werde normalerweise bis zu 25 Jahre alt. Jetzt dagegen gebe es nur noch maximal sieben bis acht Jahre alte Fische. Um diesen Trend umzukehren und eine Regenerierung der Bestände zu ermöglichen, könne schon eine zweijährige Fangpause ausreichen.

Neben der Überfischung sieht der Wissenschaftler auch andere Faktoren, die den Bestand beeinflussen: Da die Nordsee sich immer mehr erwärme, ziehe der Kabeljau sich nach Norden zurück. Andere, ursprünglich hier nicht heimische Fische rückten nach. Inzwischen, erklärt Westernhagen, finden wir sogar gestreifte Meerbarben, die eigentlich im Mittelmeer heimisch sind. (sit)

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