Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Falschetikettierung von Speisefischen

Rund zwei Drittel des in den USA unter dem Namen Red Snapper angebotenen Fisches sind falsch deklariert. Dies geht aus einer am Donnerstag im Magazin Nature veröffentlichten Studie des Forscherteams um Peter Marko von der University of North Carolina hervor. Die Wissenschaftler warnen davor, dass die Fischbestände anhand falscher Fangquoten überschätzt werden und so das Aussterben einer Art nicht bemerkt werden könnte.

In den USA ist der Red Snapper ein beliebter Speisefisch. Die Wissenschaftler untersuchten das Erbgut von Fischen, die unter dem Namen Red Snapper im Handel waren. Den Fisch kauften sie bei verschiedenen Händlern aus acht US-Bundesstaaten. Dabei stellten sie fest, dass 77 Prozent der Fische gar keine Red Snapper (Lutjanus campechanus) waren. Der Großteil der angebotenen Ware gehörte zu einer der zahlreichen anderen Schnapperfische und Unterarten.

Red Snapper ist ein Raubfisch, der in Korallen- und Felsriffen tropischer und subtropischer Gewässer lebt. Im Golf von Mexiko gehört er zu den am meisten gefischten und daher kommerziell bedeutensten Fischarten. Bereits 1996 hatten die zuständigen Fischereibehörden die Bestände des Red Snapper für überfischt erklärt. (agi)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Kurzinfo: Überfischung

Lange Zeit galten die Fischbestände in den unendlichen Weiten der Meere als unerschöpfliche Reichtümer. Doch seit industrielle, hochmodern ausgestattete Fangflotten die Ozeane plündern, schrumpfen die Bestände dramatisch.

Mehr zum Thema

Ostsee-Dorsch kollabiert

EU beschließt, die Fischerei auf Dorsch in der Ostsee einzustellen. Die Bestände sind durch jahrzehntelange Überfischung zusammengebrochen.

Lebensgrundlagen in Gefahr

Die Fischerei im Indischen Ozean wird nicht ausreichend kontrolliert: Rund ein Drittel der untersuchten Fischpopulationen gelten bereits als überfischt.

Siegel nicht sauber

Das MSC Siegel soll eigentlich nachhaltigen Fischfang garantieren. Doch es hält oft nicht, was es verspricht. Bio-Produkte oder vegetarisch ist daher Ostern die bessere Wahl.