Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

EU sucht nach Strategie für Meeresschutz

Der beklagenswerte Zustand der europäischen Meere und der Umgang mit ihnen steht diese Woche im Mittelpunkt einer Konferenz in Rotterdam. Die Europäische Kommission und der derzeitige Ratspräsident der EU haben dazu eingeladen. Für drei Tage sollen sich Regierungsvertreter, Delegierte internationaler Organisationen, Vertreter von Nichtregierungsorganisationen (NGO) und der Wirtschaft darüber austauschen, wie die Krise der Meere beendet werden kann. Das Treffen dient der Vorbereitung einer Europäischen Meeresschutzstrategie, die im März 2005 vorgelegt werden soll.

Verantwortlich für die gegenwärtige Situation ist die mangelnde Koordination, die zu einem Flickwerk von politischen Entscheidungen, Gesetzen, Aktionsplänen und -programmen auf regionaler, nationaler oder internationaler Ebene geführt hat. Hinzu kommt eine Herangehensweise in Trippelschritten, um eine Lösung zu finden.

Europas Meere können nur geschützt werden durch eine umfassende Herangehensweise, sagt Rosanna Micciché von der Greenpeace European Unit. Greenpeace fordert eine Strategie, die die verschiedenen Meeresbereiche einschließt und sich dabei stets vom Vorsorgeprinzip leiten lässt. Sie muss ein Netz von Meeresschutzgebieten umfassen und auch Einflüsse von außerhalb der EU wie beispielsweise den internationalen Gewässern berücksichtigen.

Die Europäische Kommission und die EU-Regierungen müssen jetzt die Gelegenheit am Schopfe packen, um das Überleben der Europäischen Gewässer zu sichern, erklärt Micciché. Sonst drohen die Seegebiete zur Einöde zu werden.

(mir)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Das Wegwerfprinzip

„Bioplastik“, „Chemisches Recycling“ – so was klingt erst mal gut, ist es aber nicht. Der Report „Das Wegwerfprinzip“ beschreibt, mit welchen Tricks multinationale Konzerne die Öffentlichkeit täuschen.

Bedrohte Tiefsee

Der Wettlauf um die Ressourcen auf dem Meeresboden hat begonnen. Grund ist der große Hunger der Hightech-Industrie nach Kobalt, das sich in den Manganknollen in tausenden Metern Tiefe befindet. So wird der Tiefseebergbau eine der schwerwiegendsten neuen Bedrohung für unsere Ozeane, noch bevor wir ihre sensiblen Ökosysteme und ihre Prozesse überhaupt verstanden haben.

Mehr zum Thema

Tiefseeparadies im Atlantik

Die Tristan Languste galt als ausgerottet am Tiefseeberg Vema. Eine Greenpeace-Expedition konnte jetzt ihre Rückkehr dokumentieren – dank  eines 2007 verhängten Fischereiverbots.

Dreckiges Ölgeschäft

Shell will alte Plattformen mit 11.000 Tonnen Öl in der Nordsee verrotten lassen. Dagegen protestieren seit heute Morgen Greenpeace-Aktivisten und kletterten auf zwei Plattformen.

„Es ist besorgniserregend“

Noch eine schlechte Nachricht fürs Klima: Der Meeresspiegel steigt schneller als erwartet. Ein Interview zum IPCC-Sonderbericht Meere mit Greenpeace-Experten Karsten Smid.