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EU muss Meere schützen!

Am Montag haben 50 Greenpeace-Aktivisten mit rund 11.000 toten Meerestieren vor dem EU-Ratsgebäude in Brüssel protestiert. Anlass ist eine Sitzung der EU-Umweltminister, die heute über einen Bericht zur europäischen Meeresstrategie beraten. Greenpeace fordert die EU auf, Schutzgebiete in Nord- und Ostsee einzurichten und die fortschreitende Ausbeutung der Meere durch ein verbindliches Gesetz zu stoppen.

Die auf mehrere Eisschichten ausgelegten Tiere stehen als Symbol für die Krise der Meere. Die Greenpeacer haben 200.000 Unterschriften gesammelt und rufen die EU auf, Meereschutzgebiete einzurichten. Auf einem Banner ist zu lesen: Leben ist kein Abfall. Dennoch sterben durch die Fischerei, allein in der Nordsee, jährlich rund 700.000 Tonnen Meerestiere sinnlos als so genannter Beifang. Greenpeace fordert, 40 Prozent der großen marinen Ökosysteme wie die Nord- und Ostsee unter Schutz zu stellen.

Aus dem Meer in den Müll

Meerestiere, die nicht vermarktet werden können, bekommen den Namen Beifang. Dass sie aber bis zu 90 Prozent der Fangmenge ausmachen können, geht aus dem Wort nicht hervor. Sie werden als Abfall über Bord geworfen. Aber das Leben wird den Tieren nicht zurückgegeben. Sie verbringen oft Stunden an Bord der Fangschiffe und werden schwer verletzt oder tot ins Wasser zurück geworfen. Darunter finden sich Rochen, Baby-Schollen, kleine Wittlinge, Seeigel, Muscheln und Krebse ...

Der Beifang zeigt, welchen Raubbau der Mensch an den Meeren betreibt. Die Umweltminister dürfen die Zerstörung nicht länger tatenlos hinnehmen, sagt Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack. Jedes Ratsmitglied muss sich hier und heute für den Meeresschutz einsetzen. Der Zustand der europäischen See ist kritisch, viele Fischbestände stehen vor dem Aus.

Endlich handeln!

Ein gesetzlicher Neustart ist überfällig. Die heutige Beratung der Umweltminister kann dazu beitragen, eine europäische Meeresstrategie voranzutreiben. Die EU-Umweltkommission schlägt in ihrem Bericht vor, die vielfältigen Meeresgesetzgebungen zusammenzuführen. Allerdings fehlt im Entwurf die notwendige Rechtsverbindlichkeit.

Obwohl sich das beratende Wissenschaftsgremium ICES (International Council for the Exploration of the Sea) seit Jahren für eine starke Einschränkung der Fischerei einsetzt und für einige Arten wie den Kabeljau sogar eine Nullquote fordert, beschließt der EU-Fischereirat jährlich neue Fangquoten.

Schutzgebiete schaffen!

Die Meere brauchen großflächige Schutzgebiete, in denen sich die Lebensräume und ihre Artenvielfalt erholen können, erklärt Maack. Die EU hat es heute in der Hand, sich für den Erhalt einer lebendigen See einzusetzen, oder dem Sterben der Meere weiter tatenlos zuzusehen. (ang)

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