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EU-Fischereiminister beraten über neue Fangquoten

Die EU sollte den Thunfischfang aussetzen, bis Frankreich, Spanien, Italien und ihre Mittelmeernachbarn die illegale Fischerei in den Griff bekommen haben. Das fordert Greenpeace anlässlich der Tagung des EU-Fischereiministerrats in Luxemburg. Die Minister beraten seit Montag über Fangquoten für die nächste Saison.

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Es ist das übliche Ritual: Jedes Jahr legt der EU-Fischereiministerrat die Fangquoten für die EU-Gewässer fest und jedes Jahr sind diese Quoten zu hoch.

Die Minister sind eher damit beschäftigt, die Interessen ihrer nationalen Fischereiindustrien zu schützen, stellt Meeresbiologin Iris Menn von Greenpeace fest. Und zwar auch dann, wenn sie dafür den Expertenrat missachten und die Fischer zur späteren Arbeitslosigkeit verurteilen müssen.

Die Bestände des Blauflossenthuns im Mittelmeer stehen bereits vor dem Zusammenbruch. Verantwortlich sind nicht nur zu hohe Fangquoten. Verantwortlich ist in hohem Maße auch die Piratenfischerei: Es wird wesentlich mehr gefangen als erlaubt ist.

Auch der Dorsch in der östlichen Ostsee ist bedroht. Wissenschaftler haben jahrelang geraten, den Fang komplett einzustellen, bis die Bestände sich erholt haben. In diesem Jahr empfiehlt der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) eine Höchstquote von 48.600 Tonnen.

Greenpeace empfiehlt Zwischenhändlern und Supermärkten, beim Einkauf von Ostsee-Dorsch auf die Herkunft zu achten. Der Fisch sollte aus nachgewiesen legaler Quelle stammen und nicht per Grundschleppnetzfischerei gefangen sein.

Sorgen bereitet auch die Tiefseefischerei. Fischarten, die in großen Tiefen leben, reifen sehr langsam und haben entsprechend niedrige Fortpflanzungsraten. In der industriellen Fischerei werden die Tiere weggefischt, bevor sie sich vermehren konnten. Solche Fische darf man nicht jagen, als hätten sie die Reproduktionsrate von Kaninchen, sagt Menn. Tiefseefischerei kann kaum profitabel und nachhaltig zugleich sein.

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