Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

EU entscheidet über Zukunft der Fischerei

Der katastrophale Zustand der Fischbestände in den EU-Meeren zwingt die Politik zum Handeln. Der EU-Ministerrat berät ab Montag über eine grundlegende Reform der europäischen Fischereipolitik und der Festlegung von Fangquoten. In einer mehrtägigen Sitzung soll ein Kompromiss zu den Vorschlägen der EU-Kommission erzielt werden. Die Kommission plant drastische Fangbeschränkungen für bedrohte Fischarten wie Kabeljau und den Abbau der Fangflotten.

Viele Fischer und Politiker bestreiten den kritischen Zustand der Fischbestände, erläutert Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis wir die noch übriggebliebenen wachstumsfähigen Fischgründe endgültig vernichtet haben.

Das Festhalten an der altgedienten EU-Fischereipolitik gefährdet die Fischerei und die Gesundheit der Fischbestände. Es bedarf einer dringenden Reform, um den ständigen Rückgang der Fischbestände aufzuhalten. Die weltweiten Fangquoten können zur Zeit nur durch den Einsatz immer größerer Netze und stärkeren Motoren aufrechterhalten werden - ein unhaltbarer Zustand.

Während eine Reihe von Ländern wie Deutschland den Vorschlag der EU-Kommission unterstützen, fordern andere Staaten, an dem bisherigen System festzuhalten. Vor allem Frankreich und Spanien setzen sich dafür ein, dass auch zukünftig so viel Fische wie möglich gefangen werden können. Éine Entscheidung der Ministerrunde wird nicht vor Donnerstag erwartet.

Die EU-Agrar- und Fischereiminister haben hier die historische Chance, die rückständige Subventions- und Fischereipolitik in der EU in sichereres Fahrwasser zu bringen, sagt Maack.Insbesondere die Subventionen für die Modernisierung und den Neubau von Fangschiffen müssen gestrichen werden, um dieses Geld für die Entwicklung von umweltschonenderen Fangtechniken einzusetzen und um den Beifang zu reduzieren. Desweiteren müssen Umschulungsmaßnahmen beschlossen werden, um den betroffenen Menschen eine Alternative zur Fischerei zu ermöglichen. (abu)

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Zurück – oder in die Zukunft

Die Internationale Walfangkommission steht vor einem Paradigmenwechsel: Will sie weiter nur den kommerziellen Walfang regulieren – oder aktiv zum Schutz der Wale beitragen?

Ins Gewissen geredet

Sie müssen nicht, aber sie wollen: Internationale Krillfangunternehmen lassen künftig empfindliche Gebiete der Antarktis in Ruhe. Ein wichtiger Schritt Richtung Schutzgebiet.

Wo geht’s zum Weddellmeer?

Am Südpol soll das größte Meeresschutzgebiet der Welt entstehen. Greenpeace-Aktivisten zeigen heute in ganz Deutschland den Weg in die Antarktis – und warum sie Schutz benötigt.