Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Esperanza verlässt Vigo nach Drohungen

Das Greenpeace-Schiff Esperanza wird Vigo wegen der Bedrohung durch die lokalen Fischer verlassen. Dass beschloss die Besatzung am Freitag mittag. Bereits am Mittwoch bei der Ankunft der Esperanza waren die Greenpeacer von 200 wütenden Fischern empfangen und bedroht worden. Nach Drohungen, den Helikopter der Esperanza ins Hafenbecken zu stoßen und bis zu 40 lokalen Schiffen, die sich an einer Konfrontation beteiligen könnten, entschied die Crew sich für den Rückzug. Die Hafenbehörde hatte nicht mehr für die Sicherheit der Esperanza und ihrer Besatzung garantieren können.

Eigentlich sollte die Esperanza bis Sonntag in Vigo liegen und unter anderem Schulklassen über die Kampagne zur Rettung der Tiefsee informieren. Diese Veranstaltungen wurden nach dem eisigen Empfang jedoch alle abgesagt. Die Fischer hatten sich darüber erbost, dass Greenpeace während dieser Kampagne im Nordostatlantik drei spanische Fischerboote beim Herablassen der Schleppnetze gestört hatte. Die Grundschleppnetzfischerei führt zu irreparablen Schäden auf dem Meeresboden und zerstört Lebensräume in der Tiefsee, die noch weitgehend unerforscht sind.

Die Esperanza wird noch am Freitag in einen nahegelegenen Hafen verlegt, in dem die Fischer Greenpeace aufgeschlossener gegenüberstehen. Die Reaktion der Fischer in Vigo kam für Greenpeace insofern überraschend, als dies nicht der erste Besuch in Vigo war und Greenpeace auch bei drei der letzten vier Besuche die Fischereiwirtschaft lautstark kritisiert hat, ohne dass es zu diesen Angriffen gekommen wäre. (hol)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Zurück – oder in die Zukunft

Die Internationale Walfangkommission steht vor einem Paradigmenwechsel: Will sie weiter nur den kommerziellen Walfang regulieren – oder aktiv zum Schutz der Wale beitragen?

Ins Gewissen geredet

Sie müssen nicht, aber sie wollen: Internationale Krillfangunternehmen lassen künftig empfindliche Gebiete der Antarktis in Ruhe. Ein wichtiger Schritt Richtung Schutzgebiet.

Wo geht’s zum Weddellmeer?

Am Südpol soll das größte Meeresschutzgebiet der Welt entstehen. Greenpeace-Aktivisten zeigen heute in ganz Deutschland den Weg in die Antarktis – und warum sie Schutz benötigt.