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Esperanza: Tiefseeforschung vor den Azoren

Nach monatelanger Auseinandersetzung mit Walfängern und Piratenfischern macht die Crew der Esperanza während ihrer nächsten Etappe der SOS-Weltmeer-Tour Station vor den Azoren. Die Azoren sind die wundersame Heimat von Tieren wie dem Pottwal und dem Riesenkalmar. Zudem finden sich rund um die Inseln Tiefseeberge mit einer einzigartigen und unerforschten Vielfalt an Leben.

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Die Crew der Esperanza unterstützt vor Ort die Wissenschaftler der Universität der Azoren (UAC) bei ihren Untersuchungen der Seeberge in diesen Gewässern. Dafür ist das Greenpeace-Schiff bestens ausgerüstet: mit einem Unterwasserroboter - dem so genannten Remote Operated Vehicle (ROV) - und einer speziellen Unterwasserkamera, die bis auf 300 beziehungsweise 800 Meter Tiefe hinabgelassen werden können. So hoffen die Wissenschaftler mit Greenpeace zusammen, neue Bilder und Erkenntnisse über das Ökosystem der Seeberge zu bekommen.

Mit an Bord sind auch Experten der Internationalen Weltierschutzorganisation IFAW (International Fund for Animal Welfare), die Studien an Pottwalen betreiben. Die Esperanza verfügt deshalb über ein Unterwasser-Abhörsystem und eine spezielle Computer-Software zur akustischen Ortung von Pottwalen. Die fotografische Dokumentation der Pottwale soll helfen, eine Identifikationsdatenbank der Tiere zu vervollständigen und die Populationsdichte in der Region zu klären.

Seit Dezember 2005 gilt in den Gewässern rund um die Azoren ein Verbot der Grundschleppnetzfischerei, einer der zerstörerischsten Fischereimethoden weltweit. Anders sieht es derzeit noch auf der hohen See aus, dort könnte die einzigartige Tiefseefauna bald verschwunden sein.

In internationalen Gewässern fischt eine gewaltige Flotte von rund 300 Trawlern ohne Rücksicht auf internationale Fischereiabkommen oder internationales Recht. Mit ihren gigantischen Netzen durchpflügen sie täglich rund 1.500 Quadratkilometer Tiefsee und zerstören dabei einen der vielfältigsten, ursprünglichsten und sensibelsten Lebensräume unseres Planeten.

Tiefseehabitate reagieren besonders sensibel auf zerstörerische Fangmethoden, weil die in ihnen und um sie herum lebenden Meerestiere meist sehr langsam wachsen und reifen. Die Grundschleppnetzfischerei kann einst blühende Oasen der Tiefsee in kahle, öde Wüsten verwandeln, ehe die Wissenschaftler auch nur ansatzweise den Wert dessen, was hier existiert, ermessen können.

Die gemeinsame Expedition von Greenpeace, IFAW und UAC will ein weltweites Moratorium zur Hochsee-Grundschleppnetzfischerei durchsetzen. Zudem unterstützt sie das langfristige Ziel: die Schaffung eines richtig verwalteten weltweiten Netzwerks von Meeresschutzgebieten. Nur so ist die besondere Vielfalt der Tiefsee zu schützen.

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