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Erster weltweiter virtueller Marsch zur Rettung der Wale

Sechzehntausend Menschen aus mehr als 90 Ländern haben sich schon am virtuellen Marsch gegen Walfang beteiligt, den Greenpeace am 18. Mai ins Leben gerufen hat. In der südkoreanischen Stadt Ulsan wird es eine riesige Projektion des Protestes geben. Im kommenden Monat wird die 57. Internationale Walfangkommission (IWC) in Ulsan tagen.

Die Internationale Walfangkommission wird in Korea über das Schicksal der Wale entscheiden. Wir brauchen weltweite Unterstützung, damit die koreanische Regierung nicht in die Fußstapfen der japanischen tritt und eine Wiederaufnahme des kommerziellen und wissenschaftlichen Walfangs forciert, sagte Jim Wickens von Greenpeace International.

Aktivisten von Greenpeace und der koreanischen Umweltschutzorganisation KFEM haben in Ulsan eine Wale-Botschaft errichtet. Dort, wo nun die Botschaft steht, will die koreanische Regierung eine Walfleischfabrik bauen. Dort sollen Wale verarbeitet werden, die den Fischern versehentlich als Beifang ins Netz gegangen sind. Seltsam nur, dass dieser versehentliche Beifang in Korea hundertmal höher ist als in jedem anderen Land ohne Walfang.

Mehr als zweitausend Wale könnten in diesem Jahr unter dem Deckmantel der Wissenschaft getötet werden. Wenn die koreanische Regierung sich entscheidet, wieder zu einem Walfang-Land zu werden, wird diese Zahl weiter steigen, sagte Wickens. Millionen Menschen in der ganzen Welt haben keine Gelegenheit, selbst nach Ulsan zu kommen, um die Rettung der Wale zu unterstützen; Greenpeace wird sie zumindest virtuell herbeiholen, und die anwesenden Staatsregierungen werden ihren Widerstand zu sehen bekommen.

Es ist ganz einfach, beim virtuellen Marsch gegen die Wiederaufnahme kommerziellen Walfangs in Korea mitzumachen: Man drucke ein Banner mit einer Botschaft - zum Beispiel Kein Walfang - aus, fotografiere sich selber damit und schicke dann das Bild an Greenpeace. (Autorin: Ute Szczepanski)

Machen Sie mit! Infos und Vorlagen (auf Englisch) finden Sie auf der Seite von Greenpeace International.

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