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Ein Bordtagebuch feiert Premiere

Am Mittwoch hat die Greenpeace-Aktivistin Regine Frerichs ihr Buch Im Fadenkreuz der Walfänger vorgestellt. Neben der Lesung bekamen Gäste auch Bilder von der Reise zu sehen. In einem Interview hat uns Regine ein paar Dinge zu ihrem Tagebuch erzählt.

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Online-Redaktion: Regine, was hat dich eigentlich dazu bewogen, über deine Erfahrungen mit dem Walfang ein Buch zu schreiben?

Regine: Tja, was hat mich dazu bewogen...Eigentlich wollte ich schon immer mal ein Buch schreiben. Außerdem habe ich mir gedacht, dass so ein Erlebnis nicht nur für mich, sondern auch für andere Menschen sehr spannend sein könnte. Dies konnte ich zum Beispiel auch während meines Diavortrags beobachten: Die Leute waren äußerst interessiert und begeistert von den Bildern.

Online-Redaktion: Ist dir denn das Schreiben schwer gefallen?

Regine: Nein, überhaupt nicht. Ich habe ja auch zwei Jahre lang als Chefredakteurin bei einer Fachzeitschrift für Berufstaucher gearbeitet und dort viele Artikel und Beiträge verfasst. Eigentlich lag mir das Schreiben schon immer.

Online-Redaktion: Gibt es denn in deinem Buch eine Lieblingspassage oder kannst du dich an ein herausragendes Ereignis erinnern?

Regine: Die Frage lässt sich nur schwer beantworten. Das Tagebuch liefert ja auch einen Rückblick auf zwei Touren, die ich vorab schon mal gemacht habe. Eigentlich macht die gesamte Zeit eine solche Aktion aus. Klar gab es viele tolle Momente, aber es sind auch nervige und sehr schreckliche Sachen passiert. Wirklich beeindruckend ist allerdings die Nähe zur Natur, also Pinguine, Robben oder Eisberge direkt vor Augen zu haben. Das sind schon besondere Momente.

Online-Redaktion: Eine letzte Frage: Was genau hast du gefühlt, als du das Boot direkt zwischen Harpune und Wal manövriert hast?

Regine: Nichts. Dabei handelt es sich ja um eine absolute Ausnahmesituation. In dem Moment ist man einfach nur vollgepumpt mit Adrenalin und denkt an seine Aufgabe. Emotionen werden vollkommen abgedämmt, man fühlt keine Schmerzen. Natürlich denke ich auch an meine Crew und daran, ob es ihnen gut geht. Aber hauptsächlich konzentriere ich mich auf das, was ich zu tun habe. Man funktioniert einfach.

Online-Redaktion: Vielen Dank für das Gespräch, Regine.

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