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39 Wale für wissenschaftliche Zwecke getötet

Diesjährige Waljagd in Island endet

Die isländischen Kühlhäuser sind noch voll mit den Walkadavern der Jagden aus 2003 und 2004, dennoch bestand die Regierung auf der wissenschaftlichen Waljagd. 39 Zwergwale mussten dabei in diesem Jahr ihr Leben lassen. Währenddessen wächst der inländische Druck gegen die Waljagd.

Der isländische Tourismusverband und die Betreiber von Walbeobachtungs-Touren haben der Regierung klargemacht, dass die Waljagd das Image des Landes gefährdet und schlecht ist für ihr Geschäft, sagt Martin Norman von Greenpeace Nordic. In den letzten Jahren ist der Tourismus zu einer wichtigen Einkommensquelle für Island geworden. Die Walbeobachtung alleine zieht jährlich 82.000 Touristen an und bringt 18 Millionen US-Dollar ins Land.

Im Jahr 2003 hatte Greenpeace erstmals im Internet dazu aufgefordert, eine Zusage abzugeben, Island als Tourismusziel ernsthaft zu erwägen, falls der Walfang eingestellt würde. Bislang haben mehr als 65.000 Menschen diese Zusage abgegeben. Dies entspricht Tourismuseinnahmen von mehr als 76 Millionen US-Dollar. Demgegenüber hat die Waljagd dem Land selbst im besten Jahr nur 4 Millionen Dollar eingebracht.

Mehr als 300.000 Wale und Delfine sterben Jahr für Jahr an einer Vielzahl von Gefahren, sagt Norman. Von der Erwärmung des Klimas und dem Ozonloch über giftige Chemikalien und Unterwasserlärm bis hin zur Überfischung der Meere und Zusammenstößen mit Schiffen. Das bedeutet den Tod eines dieser Tiere alle zwei Minuten. Das letzte, was wir tun sollten, ist zu diesen Gefahren auch noch die Jagd hinzuzufügen.

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