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Die unspektakuläre Art der Ölverpestung

In die Ostsee wird jedes Jahr durchschnittlich 500- bis 700-mal illegal Öl eingeleitet. Das berichtete der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) auf einem zweitägigen internationalen Ölpest-Kongress, der am Donnerstag in Hamburg zu Ende ging. Die Folge der Einleitungen: Jährlich rund 20.000 tote Vögel allein in der Deutschen Bucht.

Das ist nur die Spitze des Eisbergs. Der IFAW geht davon aus, dass die schleichende Verschmutzung der Meere durch massenhafte illegale Verklappungen sogar noch größer ist als die Ölverseuchung durch die großen Tankerunglücke. Am schlimmsten sind die Folgen dort, wo vielbefahrene Schifffahrtsrouten auf dicht besiedelte Vogelgebiete träfen.

In einem kleinen Gebiet vor Neufundland beispielsweise zählt der Tierschutz-Fonds jedes Jahr 300.000 tote Tiere. So viel wie beim Untergang der Exxon Valdez. In die Nordsee werden jährlich schätzungsweise 86.000 bis 210.000 Tonnen Öl eingeleitet. Die Zahl an Seevögeln wie Sterntauchern, Trauerenten und Basstölpeln ist hier zwischen 1998 und 2001 um 50 Prozent gesunken.

Die Europäische Kommission will aus diesen Zahlen die Konsequenzen ziehen. Sie plant härtere Strafen für die Verursacher vonTankerunglücken und für das Verklappen von Ölresten auf See im Hoheitsgebiet der EU. Die Chance, dass alle Mitgliedsstaaten eine solche Verschärfung mittragen werden, wird allerdings auch von der Kommission selber als sehr klein angesehen. (sit)

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