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An die OSPAR: Das Meer ist keine Müllkippe!

Pünktlich zum Beginn der OSPAR-Konferenz für den Schutz von Nordsee und Nordostatlantik ist am Montag das Greenpeace-Schiff Esperanza in Reykjavik eingetroffen. Die isländische Hauptstadt ist für Greenpeace ein symbolischer Ort, um sich für den Schutz der Meere einzusetzen: als offizielle Beobachter auf dem OSPAR-Treffen und als gewaltfreie Kämpfer für den Schutz der Wale.

Die Mitgliedsstaaten der Oslo-Paris-Konvention (OSPAR), die Anrainerstaaten der Nordsee und des Nordostatlantiks, treffen sich jedes Jahr. Ihre Aufgabe ist es, das Meer und seine Artenvielfalt vor gefährlichen Einleitungen und Eingriffen zu schützen. Dazu gehören radioaktive Einleitungen aus der Wiederaufarbeitung von Atommüll ebenso wie Meeresverschmutzung durch die Öl- und Gasindustrie.

Auf dem OSPAR-Vorbereitungstreffen im vergangenen Jahr stand erstmals die Speicherung von Kohlendioxid (CO2) in den Tiefen des Ozeans auf der Agenda. Damals wurde eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die bis 2004 die juristischen Aspekte der CO2-Lagerung prüfen sollte: Ist CO2 als Industriemüll zu bewerten, ließe sich die Lagerung im Meer und auf dem Meeresgrund mit dem Einleitungsverbot nach der London Convention vereinbaren? Wie soll das Thema in OSPAR eingebettet werden?

Das Konzept der CO2-Speicherung hat in den letzten Jahren zunehmend Befürworter gefunden. Es klingt einfach. Wir verbrennen zu viel fossile Energieträger wie Kohle oder Öl und heizen mit dem dabei entstehenden Kohlendioxid die Erdatmosphäre auf? Nun, versenken wir das CO2 doch im Meer, dort kann es dem Klima nicht mehr schaden.

Greenpeace fordert die OSPAR auf, diese Pläne auf der diesjährigen Konferenz in Reykjavik entschieden abzulehnen. CO2 aus der Verbrennung von Öl, Kohle und Gas ist ein industrielles Abfallprodukt wie anderer Industriemüll auch. Seine Speicherung im Meer muss dem Einleitungsverbot für gefährliche Substanzen unterliegen.

Das Meer ist keine Müllkippe, sagt Greenpeace-Expertin Gabriela von Goerne. Die ökologischen Folgen eines CO2-Dumpings sind kaum kalkulierbar. Ein Beispiel: In dem betroffenen Meeresgebiet ist eine gefährliche Versauerung mit extrem niedrigen pH-Werten möglich. Auf das Leben am Meeresboden würde sich diese tödlich auswirken.

Von Goerne weiter: Die Lagerung des Kohlendioxids auf dem Meeresgrund würde auch nur vom eigentlichen Problem ablenken - vom massenhaften Verbrennen von Öl und Kohle. Deren Nutzung muss erheblich reduziert werden. Wir müssen stattdessen in erneuerbare Energien investieren.

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