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Norwegische Walfänger sprechen von einem Rekordergebnis.

Die Jagdsaison 2002 auf Wale ist beendet.

Äußerungen der High North Alliance, einer norwegischen Pro-Walfang-Gruppe, haben am 4. Oktober 2002 zu Protesten von Tier- und Umweltschützern geführt. Die Allianz teilte mit, dass die norwegische Walfangflotte mit 634 getöteten Walen im Jahre 2002 ein Rekordergebnis erzielt habe. Rund 892 Tonnen Minke-Walfleisch sind dadurch in Norwegen über die Theke gegangen. Fast 63 Tonnen Walspeck wurden eingefroren und gelagert in der Hoffnung, sie später nach Japan exportieren zu könnnen. Die Norweger selber essen keinen Walspeck, in Japan gilt er jedoch als Delikatesse.

Eine Woche zuvor, im September, ist auch die japanische Fangflotte zurückgekehrt. Ihr fielen im Nord-Pazifik 100 Minkwale, 50 Brydewale, 39 der bedrohten Seiwale und fünf Pottwale zum Opfer. Zusammen mit den 440 Minkewalen, die früher im Jahr im Süd-Pazifik getötet wurden, sind Norwegen und Japan in diesem Jahr für den Tod von 1268 Walen verantwortlich. Grund zur Sorge bereitet dem Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW) die Mitteilung der High-North-Alliance, dass die norwegischen Walfänger die für dieses Jahr gesetzte Quote von 671 Tieren nicht erreicht haben. Letztes Jahr lag sie noch bei 549 Walen.

Wie wenig sich Japan und Norwegen durch Kritik - auch anderer Nationen - beeindrucken lassen, wird sich demnächst wieder zeigen. In Chile treffen sich im November die Mitgliedsstaaten der Washingtoner Artenschutzkonferenz (CITES). Unter anderem auf der Tagesordnung: ein Antrag der japanischen Regierung, den Schutzstatus für die nordpazifischen Bryde- und Minkewale aufzuheben, der den Handel mit beider Arten verbietet. Experten rechnen damit, dass mindestens ein Land den japanischen Antrag unterstützen wird.

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