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Die Esperanza in Indien

Zuerst ein kleiner blau-weisser Fleck am Horizont, doch an Bord des kleinen Fischerbootes, das auf den Wellen vor der Küste von Chennai, Indien schaukelt, herrscht Aufregung. Dann, nach und nach, wird der bunt bemalte Rumpf der Esperanza sichtbar. Greenpeace erreicht auf seiner Expedition SOS Weltmeer Chennai in Indien.

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Auf einer Pressekonferenz auf der Esperanza wurde der Greenpeace-Report Die indischen Küsten- und Meeres-Ökosysteme: Pläne für die Zukunft der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Bericht, der erste seiner Art in Indien, fordert einen verstärkten Schutz der marinen Gebiete und deren biologischer Vielfalt in den indischen Gewässern.

Verschiedene Fallstudien stellen die Artenvielfalt der indischen Küstenabschnitte Sunderbans, Bhitarkanika, Pichavaram und Coringa, Golf von Mannar dar und zeigen auf, durch was die Gebiete bedroht sind. Angefangen mit Überfischung über den Verlust von Lebensraum bis hin zur Zerstörung durch Fischereipraktiken mit Grundschleppnetzen. Gefahr droht auch durch kommerzielle Fischzucht in so genannten Aquakulturen.

Aber es gab auch Positives zu berichten: Aus der Studie über Pichavaram wird deutlich, dass Ökosysteme wie Mangrovenwälder Küstengebiete vor Naturkatastrophen wie Wirbelstürmen oder Tsunamis schützen können. Sanjiv Gopal, Meeresexperte bei Greenpeace Indien, drückt es so aus: Die Natur hat uns gezeigt, dass sie die Macht hat, zu beschützen, wenn wir sie bewahren - und zu zerstören, wenn wir nicht gut mit ihr umgehen. Es liegt also an uns.

Greenpeace hat die indische Regierung aufgefordert, in Absprache mit den lokalen Fischereiverbänden einen Plan zum Schutz seiner Küsten- und Meeresgebiete auszuarbeiten. Um die Meere und Küsten langfristig zu schützen ist auch in den indischen Gewässern ein umfassendes Netzwerk von Meeresschutzgebieten notwendig.

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